Pristäblich. Neue Entwicklungen gibt es bezüglich der geplanten Hühnerfarm in Pristäblich. Nach Informationen dieser Zeitung hat der Investor offenbar kein Interesse mehr, die Anlage auf Kirchenland zu bauen. Vielmehr soll das Unternehmen mit unmittelbar benachbarten Feldeigentümern in Verhandlung stehen.
Projektleiter Ruud Hannen von der Alfra wollte das weder bestätigen noch dementieren. „Ich möchte dazu erst einmal lieber nichts sagen", erklärte er. Man wolle zunächst abwarten, wie das Genehmigungsverfahren ausgeht. „Der Bescheid kann jeden Moment kommen."
Tatsächlich befindet sich die Prüfung der Antragsunterlagen in der Endphase. Das bestätigte Landkreis-Sprecher Rayk Bergner. Der Bescheid werde dann dem Unternehmen zugestellt. Was drin stehen wird, ist derweil nicht bekannt.
Alfra zeigte sich jedenfalls von Anfang an zuversichtlich, die 71.000 Plätze umfassende Zuchtanlage für Hennen und Hähne errichten zu können. Schließlich bewegt sich das Unternehmen im Rahmen der Gesetze. Die Kirchgemeinde wiederum, auf deren Land gebaut werden soll, formulierte Auflagen, wie die Verringerung der Tierzahl, Volieren und Scharrplätze im Stall, eine Berieselungsanlage und mehr Kontrollen. Ruud Hannen sagte, dass es derzeit keine Gespräche mit Kirchenvertretern in der Sache gebe, was wiederum nicht verwunderlich ist. Branchen-Kenner wissen, dass sich für die Alfra eine so stark beauflagte Anlage schlichtweg nicht rechnen würde.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will seinen Widerstand derweil aufrecht erhalten, egal ob auf Kirchenland oder daneben gebaut wird. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bevölkerung begeistert sein wird. Eigentlich ist das eine Unverschämtheit", sagte Sachsens BUND-Vorsitzender Hans-Udo Weiland zu den neuen Entwicklungen.