Kossa. Bei Temperaturen um die acht Grad plus kamen Samstagnachmittag in Kossa beim traditionellen Zempern nicht nur Faschingslaune, sondern auch Frühlingsgefühle auf. Alt und Jung trafen sich bunt kostümiert am alten Bürgerhaus gegenüber der Kirche und zogen im lautstarken Tross durch einen Teil des Dorfes der Gemeinde Laußig von Haus zu Haus und riefen. „Ich bin der kleine König – gib mir nicht zu wenig – lass‘ uns nicht so lange steh‘n – will noch ein Haus weitergeh‘n".
Der mitgeführte Handwagen füllte sich zusehends mit süßem Naschwerk und nach gut zwei Stunden Fußmarsch kehrte die
Zemper-Truppe mit reichlich Beute an den Ausgangspunkt zurück. Sigrid Hulbe und Andra Deutrich hielten derweil die Stellung und kümmerten sich in der Zwischenzeit um eine zünftige Faschingsdekoration im Haus. „Das Zempern, auch Schnurren genannt, hat in einigen Dörfern der Dübener Heide eine lange Tradition und soll dazu beitragen, den Winter zu vertreiben", erzählte Oberlandfrau Erika Penndorf, die ins Clownskostüm geschlüpft war. Die örtlichen Landfrauen riefen diesen Brauch vor einigen Jahren wieder ins Leben. Und weil Kossa ein größeres Dorf ist, wird immer eine bestimmte Teilstrecke gewählt.