Bad Düben. Die Insel inmitten des Kreisverkehrs in Bad Düben am Ortsausgang Richtung Schwemsal erregt weiter die Gemüter. Leser Hans-Georg Nowak wandte sich jetzt empört über die Äußerungen des Straßenbauamts Leipzig an die Kreiszeitung. Die hügelige Gestaltung sei eine Gefahrenquelle, so der Rentner.
Er selbst sei kürzlich haarscharf an einem Unfall vorbeigeschrammt. „Ich habe den Beitrag in Ihrer Zeitung mit großem Interesse verfolgt", sagt Nowak und meint eine kürzlich gestellte Anfrage von Alt-Bürgermeisters Eckehard Tulaszewski an das Straßenbauamt Leipzig, in der es um die Umgestaltung des Kreisverkehrs ging. Die Antwort: Der Kreisel mit seiner dicht bewachsenen Insel bleibt von seiner Erscheinung her unverändert. Denn bei Kreisinseln außerhalb von Ortschaften müsse laut Bestimmungen „die ungehinderte Sicht von einer Knotenpunktzufahrt in die gegenüberliegende Ausfahrt unterbunden" werden, gibt der Gesetzgeber vor.
Stadträte hatten dieses Erscheinungsbild zuletzt kritisiert. Der Kreisel gebe dadurch eine verwilderte Optik ab, hieß es. Und nicht nur das, konstatiert Nowak. „Ich war im Juni mit Freunden an der Goitzsche. Auf dem Rückweg von Schwemsal nach Bad Düben musste ich in den Kreisverkehr fahren und da kam plötzlich einer angefahren. Hätten wir nicht beide auf die Bremse gedrückt, wäre es passiert", gibt der Rentner zu Protokoll. Das Problem: Man sehe nicht, ob sich bereits auf der gegenüberliegenden Seite ein Auto in der Spur befindet. Zum Teil seien manche „so schnell unterwegs", dass sie, sobald man selbst in den Kreisel fährt, plötzlich vor einem fahren. „Mehr Sicht wäre ganz hilfreich", sagt Nowak und führt ein gelungenes Kreisverkehrs-Beispiel an – nämlich jenes in Grimma, flach und hübsch mit Blumen bepflanzt. Doch der Kreisel dort befindet sich innerhalb der Ortschaft. Dort gelten wieder andere Bestimmungen. Auch der in Eilenburg-Mitte in der Nähe des Mühlgrabens ist flach, die Sicht über den Verkehr somit optimal. „Unser Kreisverkehr liegt vielleicht außerhalb. Doch nur wenige Meter", sagt Nowak. Die Handhabung der Behörden könne er jedenfalls nicht verstehen. Denn Sicherheit müsste nach seiner Auffassung vorgehen.
Nach Informationen dieser Zeitung gilt der Kreisverkehr in Bad Düben wiederum nicht als Gefahrenquelle. Schwerwiegende Unfälle hat es dort bislang nicht gegeben. Insofern sehen die Behörden auch keinerlei Handlungsbedarf. Die Stadt macht sich derweil lediglich Sorgen um das optische Erscheinungsbild. Die Kommune überlegt, den Hügel künftig in Eigenregie zu gestalten. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) sagte unlängst, dass es sich um einen Eingangsbereich der Stadt handele. Und dieser müsse einladend gestaltet sein.