Bad Düben
Narren übernehmen bis Aschermittwoch Macht an der Mulde
Steffen Brost
Foto: Steffen Brost
Bis Aschermittwoch regieren in Bad Düben die Narren des Hammermühler
Karnevalsverein
Bad Düben. Gestern Punkt
11.11 Uhr hielt Peter Oms, Präsident des Hammermühler Karnevalsverein den
symbolischen Rathausschlüssel in den blauen Himmel. Bis Aschermittwoch haben
die Narren jetzt die Macht im Bad Dübener Rathaus.
Auch Klärchen schien ein
Narrenfan zu sein. Sie schickte blauen Himmel und Sonne. Doch es war fröstelnd
kalt. Deswegen trugen die meisten der kleinen und großen Narren auf dem
Marktplatz eine wärmende Weste. Marke Rollkragenpullover. Ohne traditionelle
Authausener Blaskapelle, die musste in diesem Jahr mangels Musiker absagen,
marschierten kurz vor elf
Uhr der Elferrat samt Prinzen- und Showtanzgarde vor
das geschmückte Rathaus. Dort hatten sich schon jede Menge Schaulustiger
eingefunden die die närrische Machtübernahme live verfolgen wollten. "Ein
Jahr waren wir fort, jetzt stehen wir wieder am alten Ort. Bürgermeisterin
rücke den Rathausschlüssel raus", forderte Oms Bürgermeisterin Astrid
Münster auf.
Doch die ließ sich ersteinmal noch nicht blicken. Sie beobachtete
den Zauber aus sicherer Entfernung in ihrem Büro. "Es sind noch ein paar
Minuten. Den Schlüssel gibt es nicht schon vorher", sagte die Stadtchefin
hinter der verschlossenen Rathaustür. Deswegen mussten sich die närrischen
Gäste vorerst mit der tänzerischen Zirkusparade der kleinen Prinzengarde
begnügen. "Das ist zwar heute noch ein älterer Tanz, aber wir sind schon
mitten in den Proben für die neue Session", sagte Übungsleiterin Edith
Scheeren. Doch dann musste Münster auf die Rathaustreppe.
Im Gepäck den
Riesenschlüssel. Den durfte aber noch die kleine Maja aus der Kindertagesstätte
Märchenland, die gleich mit mehreren Gruppen aufmarschiert waren, festhalten.
"Der Schlüssel ist zwar groß, die Macht die ihr bis Aschermittwoch habt
aber sehr klein", verkündete Münster, die angesichts leerer Stadtkasse
auch einen Masterplan im Gepäck hatte. "Wir nennen uns um in Bad Dykonos
und sind eine griechische Provinzstadt. Statt Bier und Walzer gibt es ab sofort
nur noch Ouzo und Sirtaki. Und die Muldebrücke ist die Grenze zu Deutschland.
Vielleicht wird so über uns auch der Euroschirm aufgespannt", witzelte die
Stadtchefin. Nach der Schlüsselübergabe verabschiedete sich Münster bis
Aschermittwoch in den Urlaub und die Prinzengardemädchen verteilten 400 von den
Bad Dübener Bäckern gebackenen Pfannkuchen untem frierenden Volk.
© LVZ-Online, 12.11.2011, 10:46 Uhr