Görschlitz. Fünf Wochen nach dem verheerenden Brand in Görschlitz, wo das Sägewerk in Flammen aufging, sitzt der mutmaßliche Brandstifter immer noch in Untersuchungshaft. Das bestätigte am Freitag der Leipziger Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten an. Es gebe zwar Hinweise, wie es zu dem Feuer gekommen sein könnte, doch ein abschließender Bericht liege der Staatsanwaltschaft noch nicht vor.
Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei wollte sich die Leipziger Behörde nicht detailliert dazu äußern. Sie hält allerdings nach wie vor daran fest, dass der 44-jährige Bruder des Sägewerksbesitzers für das Feuer verantwortlich ist. „Den dringenden Tatverdacht halten wir aufrecht", sagte Schulz.
Noch am Tatabend hatte die Familie den Mann belastet, worauf es zu der Festnahme gekommen war. Der Verdächtige hat mittlerweile einen Anwalt, bestreitet aber vehement, das Feuer gelegt zu haben. Den Antrag auf einen Haftprüfungstermin hatte er kurzfristig wieder zurückgezogen; damit bleibt er weiter im Gefängnis.
„Unser Bestreben ist es, in dem Verfahren zügig voranzukommen, um Anklage erheben zu können", so Schulz weiter. Das wäre der nächste Schritt. Verhandelt würde dann entweder beim Landgericht Leipzig oder bei einem Schöffengericht, was letztlich ein Richter entscheidet. Landet der Fall vor dem Schöffengericht, muss der Angeklagte im Fall einer Verurteilung mit bis zu vier Jahren Freiheitsstrafe rechnen, beim Landgericht bis zu zehn Jahren. Eine Rolle spiele dabei, dass bei dem Feuer ein Betriebsgelände und kein Wohnhaus im Fokus der Tat stand. Dies werde weniger hart bestraft.
Unterdessen will der Sägewerk-Besitzer seinen Betrieb wieder aufbauen. Wie und in welcher Form – das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, sagte Frank Kuhrmann gegenüber der Kreiszeitung. In den nächsten zwei Wochen soll Klarheit darüber herrschen. Bei dem Brand war ein Schaden in Höhe von mehr als 600.000 Euro entstanden.