Bad Düben
Steinewerfer von Laußig: Rentner ist am Wochenende erneut bedroht worden
Nico Fliegner
Foto: Nico Fliegner
Diese Steine sind durch das Fenster des Laußiger Rentners geflogen.
Laußig. Im Fall des mysteriösen Steinerwerfers von Laußig ermittelt jetzt die Kriminalpolizei intensiv. Es gebe erste Hinweise, hieß es am Montag aus dem Eilenburger Revier. Unterdessen ist das Opfer der nächtlichen Steinwurf-Attacken erneut bedroht worden: In der Nacht zu Sonntag ist eine Eisenstange durch sein Wohnzimmerfenster geflogen. Tatort Dübener Straße in Laußig: Dort wird seit Monaten Rentner Siegfried Leipelt attackiert. Mehrmals in der Woche fliegen in den frühen Morgenstunden handgroße Steine durch das Wohnzimmerfenster des 80-Jährigen, zuletzt am Sonnabend. Am Sonntagmorgen bemerkte der Senior dann etwas Außergewöhnliches auf dem Fußboden seines Wohnzimmers: „Ich bin aufgestanden und wollte ans Fenster gehen. Da lag dann plötzlich eine Eisenstange auf dem Boden", erzählt er. Die müsse in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag durch sein Fenster geschmissen worden sein. „Ich habe das diesmal gar nicht mitbekommen." Und auch auf der extra angeschafften Überwachungskamera sei niemand erkennbar gewesen. Seine Fensterscheibe wurde allerdings erneut zerstört. „Der Glaser war schon da. Jetzt ist wieder alles Ordnung." Ebenso hat sich der bislang unbekannte Täter wiederholt an der Satellitenschüssel des Rentners vergriffen und diese verdreht. Mittlerweile laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei „auf Hochtouren", wie Klaus Kabelitz, Leiter des Kriminaldienstes in Eilenburg, gestern auf Anfrage mitteilte. „Wir haben erste Hinweise und prüfen diese", so Kabelitz weiter und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. „Wer etwas beobachtet hat, sollte sich bei uns melden." Vom Täter fehlt bislang jede Spur. Erste Vermutungen, wonach die Steine aus einem naheliegenden Gleisbett stammen, bestätigten sich nach Polizeiangaben nicht. Ebenso nicht der Fakt, dass es sich um die gleichen Steine handelt, die ein Unbekannter regelmäßig vor ein und dieselbe Garage Hunderte von Metern entfernt von der Wohnung des Rentners aufschüttet – das zweite Rätselhafte in Laußig. In dem Dorf können sich die Bewohner derweil keinen Reim auf die Übergriffe machen. Siegfried Leipelt gilt als bescheidener, unauffälliger Mann, dem eine Fehde nicht zugetraut wird. Er selbst kann sich die Steinwürfe, die seit Dezember stattfinden, ebenfalls nicht erklären, sagt, dass er mit niemandem im Dorf Ärger habe. Der Rentner hofft jedoch, dass der Spuk bald ein Ende hat.
© LVZ-Online, 16.04.2012, 15:56 Uhr