Borna
Baustart für B176n bei Neukieritzsch
Thomas Lieb
Foto: Thomas Lieb
Der Neubau der zu verlegenden B 176 zwischen Groitzsch und Neukieritzsch beinhaltet fünf Bauwerke, wozu auch drei sogenannte Wellstahlrohrbrücken gehören. Die Mibrag startete das Millionenprojekt im Zuge der Erweiterung des Tagebaus.
Neukieritzsch. Pendlern auf der neuen Bundesstraße 176 zwischen Neukieritzsch und Groitzsch eröffnet sich ab Spätsommer 2013 ein Panoramablick ins Vereinigte Schleenhain. Die jetzige Trasse ist den Kohlebaggern im Weg und wird durch den Tagebau verlegt. Dienstag war Baustart für ein Millionenprojekt, das die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft realisiert, um ab 2014 Rohstoff aus dem Abbaufeld Peres fördern zu können.
Zum symbolischen Baggerbiss am Knotenpunkt in Neukieritzsch, wo die neue Bundesstraße an einen Kreisverkehr knüpfen wird, herrschte am Vormittag „Mibrag-Wetter: Wenig Sonne, kaum Wind", kokettierte der Technische Geschäftsführer des Konzerns, Horst Schmidt, mit den meteorologischen Eckdaten. Sie würden „der Braunkohle auch künftig einen festen Platz im Energiekonzept garantieren", philosophierte er. Dass die Sonne nach den Festreden dann doch dauerhaft strahlte – für den größten Braunkohlelieferanten Mitteldeutschlands kein Problem: Die Mibrag, so Schmidt weiter, fühle sich „als Partner der erneuerbaren Energien". Rund elf Millionen Tonnen Rohbraunkohle kommen pro Jahr aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain, der das Kraftwerk Lippendorf versorgt.
40 bis 50 Millionen Euro habe die Mibrag jährlich in die Infrastruktur rund um ihre Tagebaue in Sachsen und Sachsen-Anhalt investiert, bilanzierte Projektleiter und Mibrag-Abteilungsleiter Stephan Uhlemann. Nach Kreisstraßen (Neukieritzsch) und einer Staatsstraße (Deutzen) ist jetzt auch eine Bundesstraße dran. Für den Neubau der knapp sieben Kilometer langen Trasse nebst Radweg investiert der Konzern eine zweistellige Millionensumme. In der Planung enthalten sind fünf Bauwerke, die zum Teil schon errichtet sind: Eine Brückenquerung für Radfahrer zum Naherholungsgebiet Großstolpener See ist ebenso Bestandteil wie Unterführungen und zwei Kreisverkehre.
Um die neue Straße durch den Tagebau bauen zu können, waren Baugrundverbesserungen notwendig, die sich „aufwendiger gestalteten als der Neubau selbst je sein wird", berichtete Uhlemann zum Baustart. Die Trasse wird über Kippengelände führen, das zwischen 30 und 80 Jahre alt ist und durch technologische Verfahren verfestigt werden musste. Uhlemann: „Es waren gewaltige Erdbauarbeiten notwendig. Eine Million Kubikmeter Erde wurden bewegt. 170 000 Tonnen Schotter in 8000 sogenannte Stopfsäulen verkippt." Zum Einsatz kamen spezielle Fallgewichts- und Rüttelstopfverfahren. Gleichzeitig wurde für die neue Straße und die Bauwerke ein Erddamm mit einer Dammkrone von 940 Meter Länge und bis zu 15 Meter Höhe errichtet.
© LVZ-Online, 08.05.2012, 17:33 Uhr