Borna. Schon von Weitem waren am Samstagnachmittag die typischen Sirenen des Rummels zu hören, die den Start der Karussells ankündigen. „Schneller, schneller. Und noch eine Runde", so erschallte es durch Lautsprecher über den Platz. Das Bornaer Frühlingsfest öffnete seine Pforte. Eine Woche lang drehen sich die Fahrgeschäfte.
Die Besucher kamen nur zögerlich. Zwar war das Gelände am Breiten Teich gut gefüllt, doch die Fahrgeschäfte drehten recht einsam ihre Runden. „Der erste Tag verläuft immer ziemlich schleppend", erklärte Schausteller Stegemann. Er betreut die Wurfbude, in der man mit Bällen auf römische Legionäre und Cäsar werfen kann. Zwei Jungen erbeuteten sich so ein Plastikmesser und eine Pistole mit Saugkopf-Geschossen. Ansonsten war es sehr ruhig am Stand von Stegemann. Doch der sieht den nächsten Tagen gelassen entgegen. „Die Leute informieren sich erst einmal was los ist", weiß er aus Erfahrung, danach würde es besser werden. Stegemann ist schließlich nicht zum ersten Mal auf dem Rummel. Allerdings gab er auch zu Bedenken: „Am Monatsende merkt man aber meistens auch, dass die Leute weniger Geld haben".
Doch im Vergleich zu anderen Städten sind die Preise auf dem Bornaer Rummel noch moderat. Eine Fahrt mit dem Boxauto gibt es für zwei Euro, für einen Euro dreht sich das Kinderkarussell und das Kettenkarussell kostet zwei Euro pro Person. Kauft man gleich mehrere Fahrten auf einmal, kommt man bei fast allen Fahrgeschäften am günstigsten weg.
Die Boxautos schienen an diesem Samstagnachmittag zu den beliebtesten Fahrgeschäften zu hören. Nur bei den Imbissbuden standen mehr Leute an. Im Stand von Frau Wieser hingen große Herzen aus Lebkuchen, Äpfel mit Schoko-Überzug lagen für die Besucher bereit und gebrannte Mandeln strömten einen verführerischen Duft aus. Und natürlich durfte auf einem Rummel eins nicht fehlen: „Beliebt ist die Zuckerwatte", erklärte sie, die dem Abend entgegenfieberte: „Wir hoffen, dass zum Fackelumzug noch einige kommen." Neben dem Stand von Wieser gab es noch viele andere Möglichkeiten, sich zu verköstigen. Von süß bis herzhaft war für fast jeden Geschmack etwas dabei. Von der Flaute bei den Fahrgeschäfte ließen sich die Kinder nicht abschrecken. Sie genossen die Stimmung auf dem Platz, die durch Sirenen und laute Musik geprägt wurde.
Gegen 18 Uhr wurde die Musik dann von „Überdosis" mit schwungvoller Guggemusik abgelöst. Zur Melodie von Wolfgang Petris „Wahnsinn" lief der Fackelumzug auf das Festgelände ein. Zahlreiche Menschen waren beim Gymnasium am Breiten Teich gestartet, um die Guggenmusiker mit Fackeln, Laternen oder einfach nur so zu begleiten. Und plötzlich war der Rummel voll.