„Es ist derzeit die Sache der Versicherung", so Ruhland. Viele Fragen müssten geklärt werden: Was wird abgerissen? Was bleibt stehen? Was könnte kontaminiert sein? Was zahlt die Versicherung? Das ziehe aufwendige rechtliche Prüfungen nach sich. Danach werde eine Genehmigung für den Abriss gebraucht, anschließend folge die Abriss-Ausschreibung. Markus Ruhland würde sich wünschen, dass es schneller geht, doch man könne jetzt erst mal nur abwarten, bevor weitere Entscheidungen gefällt werden. „Das alles kostet viel Zeit und Ärger hoch drei", seufzt er. Seine Firma habe natürlich Interesse, den Mietern schnell neue Räume anzubieten.
Zum Beispiel dem Wirt den griechischen Restaurants Markos A. Pershqefa. Er wartet voller Ungeduld. „Wir stehen unter Druck", meint Pershqefa. Er sei kurz davor, einen Vertrag für neue Möbel und eine neue Küche abzuschließen. Am liebsten wäre es ihm, wenn das Gebäude an alter Stelle schnell wieder aufgebaut wird. „Wir wollen an dem Standort bleiben", sagt der Wirt. Sollte sich die Sache aber länger hinziehen, wolle er sich eine Interimslösung suchen. Zwei Möglichkeiten habe er schon im Auge. Der ebenfalls vom Brand betroffene Friseursalon hat bereits ein neues Quartier: Vergangene Woche öffnete er in der Pegauer Breitstraße.
Das Feuer war am 21. Januar gegen 4 Uhr morgens – möglicherweise nach einem Einbruch – in einem Getränkemarkt an der Carsdorfer Straße ausgebrochen und hatte diesen, das griechische Restaurant Syrtaki, ein Versicherungsbüro und einen Friseursalon nahezu zerstört. Die Polizei bezifferte den Schaden auf mindestens eine halbe Million Euro.
Wie berichtet sitzt ein Tatverdächtiger in Haft – allerdings wegen anderer Delikte. Er kam nach dem Großbrand wegen einer Verkehrsstraftat und einer Körperverletzung – beides liegt schon länger zurück – per Gerichtsurteil ins Gefängnis. Ob und inwieweit er und mögliche andere Täter in den Brand vor einem Monat verwickelt sind, ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft.