Borna. Trotz aller Sparzwänge ist die Not in Borna nicht so groß, dass an der Straßenbeleuchtung gespart werden muss. Was im ersten Moment absurd klingt, wird in anderen sächsischen Kommunen wie Oschatz aber bereits ernsthaft erwogen. In Borna gibt es derartige Pläne hingegen bisher nicht, erklärt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Dennoch wurde vor einigen Monaten die Beleuchtung in bestimmten Straßen heruntergefahren.
Wer gegen Mitternacht durch die Deutzener Straße spaziert, dem fällt auf, das hier nur noch jede zweite Straßenlaterne brennt. In der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr, so die Oberbürgermeisterin, wird hier seit November nur noch jede zweite Lampe in Betrieb genommen. Das gelte auch für die angeschlossene Fabrikstraße und den Knappenweg. Ausgenommen von den Verdunkelungen sind lediglich Kreuzungsbereiche und Fußgängerüberwege. Insgesamt würden 1600 Euro eingespart. „Aber mehr", so die Oberbürgermeisterin, „ist nicht geplant."
Dabei liegen die jährlichen Kosten für die nächtliche Beleuchtung der Stadt einschließlich ihrer Ortsteile bei etwa 240 000 Euro. Hinzu kommen 85 000 Euro, mit denen die etwa 3200 Straßenlampen im Stadtgebiet instand gehalten werden. Zwar bieten sowohl die Städtischen Werke Borna (SWB) als auch die Envia Sondertarife für die Stadt, aber das ändere nichts daran, dass die Strompreise Jahr für Jahr steigen. Neben der allgemeinen Preisentwicklung schlage dabei auch der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien durch. Zudem werde die Straßenbeleuchtung in der Stadt, etwa in neuen Wohngebieten erweitert. Immerhin sei es in den letzten Jahren gelungen, den Energieverbrauch zu senken, weil energiesparende Leuchtmittel zum Einsatz gekommen seien, so Luedtke weiter.
Ein Viertel der Straßenlaternen stammt noch aus DDR-Zeiten. Die meisten von ihnen seien aber mittlerweile umgerüstet, so dass nur noch die Betonmasten mehr als 23 Jahre auf dem Buckel haben. An die mehr oder weniger historischen Lampen seien so genannte Aufsatzleuchten angebracht worden. Der Verbrauch habe von 80 Watt auf 38 beziehungsweise bis zu 50 Watt gesenkt werden können, wobei die Lampen jetzt eine bessere Ausleuchtung hätten, so die Oberbürgermeisterin weiter. Das sei etwa in der Magdeborner Straße oder auch An der Wyhra der Fall.