Borna
Feuerwehr Kitzscher übt für den Ernstfall
Roger Dietze
Kitzscher. Um 17.04 Uhr sprang die Sirene in Kitzscher an. Während die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr über ihren Pager alarmiert wurden und sich auf den Weg ins Gerätehaus machten, bereitete Wehrleiter Hans Neumann im Verwaltungsgebäude des Pferdesportzentrums Heuter seine Mannen mit einem Nebelgerät auf ihren (Übungs)-Einsatz vor. Doch Kitzschers Feuerwehrchef hatte seine Probleme mit der Technik. Er musste einige Anläufe unternehmen, um das Gebäude unter künstlichen Rauch zu setzen.
Es sollte nicht das einzige Problem des Nachmittags bleiben. Von Roger Dietze Denn als Neumann seine Ohren gen Trages wandte, vernahm er nichts. Zumindest kein Sirenengeräusch. Wie sich kurz darauf herausstellte, war in der Rettungsleitstelle in Grimma versäumt worden, auch den Zug im Kitzscheraner Ortsteil in Alarmbereitschaft zu versetzen. Das allerdings ist bei größeren Bränden wegen der in Trages vorhandenen Schlauchtechnik zwingend erforderlich. „Trages muss mit seiner Technik, abgesehen von so kleinen Zwischenfällen wie Containerbrände, auf jeden Fall mit ausrücken. Und sei es auch nur mit einem Kameraden, der das Fahrzeug lenkt", so Neumann. Als sich wenig später Pferdesportzentrums-Chef Jörg Heuter nach Ankunft der Trageser Kameraden einen Spaß erlaubte und meinte, er habe deren Alarmierung unterbunden, weil er um ihren guten Appetit nach erfolgreich abgeschlossenen Einsätzen wüsste, mochte Kitzschers Wehrleiter nicht so richtig mitlachen. „Wir werden klären müssen, warum Trages nicht alarmiert worden ist." Der Grund für Neumanns Ärger liegt auf der Hand: Das Kitzscheraner Löschfahrzeug führt zwar 2000 Liter Wasser für den Erstangriff mit sich, eine stabile Wasserversorgung ist jedoch nur mit dem Schlauchwagen der Trageser Ortswehr möglich. „Mit dieser Technik können wir in kürzester Zeit bis zur nächsten Wasserquelle Distanzen bis zu 1000 Meter überbrücken. Das kann insbesondere in der ländlichen Region vonnöten sein", informierte der Wehrleiter, der das Pferdesportzentrum im Februar in den Mittelpunkt eines sogenannten operativen taktischen Studiums gesetzt hatte. „Dabei klären wir die Situation vor Ort ab, um uns im Ernstfall auszukennen, schnell die Wasserversorgung zu gewährleisten und Rettungsmaßnahmen zu ergreifen." Dass die Übung am Freitag dennoch nicht reibungslos ablief und sich die Rettung von zwei Kameraden der Jugendwehr aus dem Gebäude in die Länge zog, lag in der Technik begründet: Einem der Atemschutzträger gelang es nicht, sein Mundstück einzuschrauben. Es gab Probleme mit dem Gewinde. Ein technischer Defekt, der bei Hans Neumann großes Unbehagen hervorrief. „Das sind Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden können, weshalb wir der Ursache schnell auf den Grund gehen müssen." Allerdings nicht im Kitzscheraner Gerätehaus, sondern im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises. Denn dort leihen sich die Ortswehren in der Regel ihre Atemschutztechnik vor Übungen aus, um die Kameraden von den Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten zu entlasten. „Mit dem Pferdesportzentrum im Lindhardt haben wir bis auf den Kindergarten im Wesentlichen alle öffentlichen Gebäude im Rahmen des operativen taktischen Studiums sowie einer Übung abgearbeitet", erklärte der Wehrleiter. „Hinsichtlich der noch ausstehenden Übung im Kindergarten bin ich mir über das Vorgehen noch nicht ganz im Klaren, weil eine solche Übung für die Kinder großen Stress bedeutet."
© LVZ-Online, 07.05.2012, 20:09 Uhr