Borna. Im Büro des Jugendparlaments Borna in der Mühlgasse 5 können sich Besucher nicht nur treffen, um neue Aktionen zu planen, Konzerte zu organisieren oder Jugendthemen zu diskutieren. Seit der Leipziger Buchmesse Mitte März gibt es dort auch eine „Jupathek" und damit die Möglichkeit, Bücher, Filme und Hörbücher auszuleihen oder vor Ort zu lesen.
Die benachbarte Tucholsky-Buchhandlung habe die ersten etwa 120 Bücher, meist Verlagsleseproben neu erschienener Werke, abgeben wollen, berichtet Jugendreferent Inya-Tinka Rabold. „Die Idee zur ,Jupathek‘ war dann ein Schnellschussgedanke, der einfach umzusetzen war." Zwei Regale, ein Sofa, ein Online-Katalog. Die Eröffnung wurde klein begangen. „Es ist ein kleines Serviceangebot, das unser Büro bereichern soll", sagt Rabold. „Das kann ruhig noch wachsen." Die Annahme intakter, gebrauchter Bücher sei immer zu den Öffnungszeiten möglich - oder nach Absprache auch außerhalb.
Bei den Neuwahlen Mitte Juli diesen Jahres hofft Jugendreferent Rabold wieder auf mehr Beteiligung und „frischen Wind". Es soll nun ein Kinder- und Jugendparlament werden. Die Verhandlungen hierzu sind abgeschlossen, gestritten wird noch um das Mindestalter der Kinder, die sich wählen lassen und selber wählen können. „Die Möglichkeit zur demokratischen Beteiligung sollte so früh wie möglich beginnen", meint Rabold. Wenn - wie nun angedacht - von der fünften Klasse aufwärts bis zum 21. Lebensjahr alle in Borna lebenden Kinder und Jugendlichen wahlberechtigt seien, würden sicher neue Themen im Jugendparlament Einzug halten.
Inya-Tinka Rabold hofft, dass sich auch die „Jupathek" nun etwas rumspricht und wächst. Bisher hat er ein Buch und einen Film verliehen. Und das bei fast ausschließlich aktuellen Buchtiteln wie „Adrenalin" von Michael Robotham oder Filmen wie Iñárritus' „Babel".