Es war nur eine kleine Drehung, aber die hatte Folgen. Auch wenn Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) das Wasser nur symbolisch auf den Weg brachte, als sie ein Ventil öffnete: Seit Montag laufen die Vorbereitungen für den großen Tag. Am 4. März wird die Schwimmhalle, die im Ergebnis einer gemeinsamen Namenssuche von LVZ und Stadtverwaltung den Namen Jahnbad tragen soll, erstmals von Badegästen genutzt. Bis dahin werden Anlagen wie die Badewasseraufbereitung, die Lüftung und die Heizung probeweise in Gang gesetzt. Das dauert, so heißt es aus der Stadtverwaltung, in der Regel etwa drei bis vier Wochen.
Die Arbeiten an dem Sieben-Millionen-Projekt, das mit Geldern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) gefördert wird, hatten vor reichlich anderthalb Jahren begonnen. Die Schwimmhalle war in den Jahren 1976 bis 79 gebaut worden. Im Jahr 2008 wurden hier 45 000 Badegäste gezählt, im Jahr darauf waren es 13 000 mehr.
Das Schwimmbecken, das mit 25 mal 12,5 Metern genauso groß sein wird wie früher, wird bis heute mit Wasser gefüllt. Es hat eine Tiefe von 1,80 bis 1,85 Metern und im Sprungbereich, wo auch Tauchsport möglich ist, 3,60 Meter. Im Nichtschwimmerbecken gehört eine Massagestation mit drei Düsen und Bodenblubber zu den Attraktionen. Das Badeangebot wird durch ein Planschbecken komplettiert, das aus zwei Einzelbecken besteht und mit einer Rutsche verbunden ist.
Die Fassade des Bades wird Richtung Süden geöffnet, so dass dort Liege- und Ruheflächen entstehen. Dort wird auch ein Wintergarten angelegt. Die Saunen, eine Außensauna und zwei Innensaunen, bieten 35 Personen Platz. Sie werden allerdings erst nach Eröffnung der Schwimmhalle, voraussichtlich im Mai, fertiggestellt sein.
Zur Neugestaltung der Außenanlagen gehört auch ein behindertengerechter Zugang. Zudem werden 32 Parkplätze und 36 Stellplätze für Fahrräder angelegt. Für die gastronomische Versorgung der Badegäste werden Automaten im Foyer installiert.
Die Planer haben auch beachtet, dass sich das Jahnbad in der ehemaligen Bergbaustadt Borna befindet. So erinnert die Außensauna an einen Bergbaustollen, während Fliesenbänder Flöze symbolisieren. Zu den Materialien, die beim Bau zum Einsatz kamen, gehören Naturstein, Holz, Glas und Stahl.