Borna
Richter krank: Prozess um Zugunglück bei Bad Lausick verschiebt sich
Ekkehard Schulreich
Foto: Jens Paul Taubert
Unmittelbar nach dem Zugunglück am Dorfrand von Lauterbach kümmerte sich ein Großaufgebot um die Verletzten.
Wurzen/Bad Lausick. Der Prozess um das schwere Zugunglück bei Bad Lausick muss verschoben werden: Weil Richter Götz-Karsten Weimann erkrankt ist, wurde die für Montagmittag am Amtsgericht in Wurzen geplante Verhandlung am Vormittag abgesagt. Wann der Prozess beginnt, ist offen. „Ein neuer Termin ist noch nicht bestimmt worden", sagte Richter Malte Fischer, der als Sprecher des Gerichtes fungiert. Da Weimann zahlreiche Verfahren leite, könne es durchaus einige Wochen dauern, ehe ein Ersatztermin gefunden werde.
Dass der nur auf einen Tag veranschlagte Prozess verschoben ist, dürfte für die Opfer des Unfalls ebenso belastend sein wie für den Angeklagten, einen Transporter-Fahrer aus dem Landkreis Mittelsachsen. Dem Mann legt die Staatsanwaltschaft zur Last, am 20. September vergangenen Jahres nördlich von Bad Lausick am Lauterbacher Bahnübergang mit seinem Fahrzeuug einen vor ihm stehenden PKW auf das Gleis geschoben zu haben. Beim Aufprall des von Chemnitz nach Leipzig fahrenden Regionalexpress‘ waren der PKW zertrümmert und der Zug aus den Schienen gehoben wurden. Ein Waggon war auf ein Feld gestürzt. 21 Reisende wurden zum Teil schwer verletzt.
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, den Unfall fahrlässig herbeigeführt zu haben. Fahrlässiger Eingriff in den Bahnverkehr und fahrlässige Körperverletzung in 20 Fällen - so lautet die Anklage. Ein Verletzter will als Nebenkläger auftreten. Das Zugunglück hatte einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus der gesamten Region ausgelöst. Der Sachschaden geht in die Millionen Euro.
© LVZ-Online, 16.04.2012, 11:26 Uhr