Delitzsch
Concordia Delitzsch: Seit April kein Gehalt – trotzdem ins Trainingslager
Johannes David
Concordia Delitzsch startet in die heiße Phase der Saisonvorbereitung und hat weiterhin große finanzielle Probleme.
Delitzsch. Heute brechen die Zweitliga- Handballer von Concordia Delitzsch ins traditionelle Trainingslager nach Breitenbrunn auf. Im Sportpark Rabenberg werden sie intensive Übungstage erleben. Und obwohl Till Riehn und Martin Hummel noch immer keine neuen Verträge unterschrieben haben, werden auch sie wohl mit ins Erzgebirge reisen. „Ich gehe jedenfalls davon aus", sagt Concordia- Trainer Uwe Jungandreas. Definitiv verzichten muss er während der fünftägigen Maßnahme auf Kapitän Thomas Oehlrich, der aus arbeitstechnischen Gründen daheim bleibt. Apropos verzichten: die ganze Mannschaft wartet seit April auf Gehaltszahlungen des Vereins.
Zwei Wochen stehen die Loberstädter schon im Training, nun beginnt also die ganz heiße Phase der Saisonvorbereitung. Der Fokus soll auch weiterhin auf Kraft- und Ausdauereinheiten liegen. „15 Krafteinheiten sind in den ersten drei Trainingswochen insgesamt geplant, aber wir werden natürlich nun auch sukzessive immer mehr mit dem Ball arbeiten", erzählt Jungandreas. Gleich zwei Höhepunkte erwartet die Mannschaft in dieser Woche, beide am Donnerstag. Da wäre zunächst das Zeitfahren per Mountain-Bike den Rabenberg hinauf und am Abend um 19 Uhr das Freundschaftsspiel in Aue. Der erste Test ist also gleich gegen einen Konkurrenten aus der zweiten Liga und damit alles andere als ein lockeres Schaulaufen.
„Irgendwann müssen wir ja mal wieder anfangen zu spielen und in die Abläufe hinein kommen, da ist der Gegner eigentlich egal", sagt Jungandreas. Aber der Handballlehrer weiß, dass er es mit der Belastung nicht übertreiben darf, der Kader für die kommende Saison ist dünn. „Die Jungs müssen so fit sein, dass sie sehr viel spielen können und dennoch verletzungsfrei durchkommen." Deswegen soll es am Mittwoch etwas ruhiger zugehen auf dem Rabenberg, Regeneration heißt das Zauberwort. Abends grillen alle gemeinsam, man kann als Mannschaft bekanntermaßen nicht eng genug zusammen wachsen. Gleichwohl hat Jungandreas den Vorteil, eine eingespielte Truppe beisammen zu haben. Zwar ist Benjamin Rother aus dem Oberliga-Team neu dabei, dürfte aber nach jetzigem Stand über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus kommen. Deswegen wird in Sachen Taktik sicher schon sehr genau ins Detail gegangen.
© LVZ-Online, 19.07.2010, 10:29 Uhr