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Delitzsch

Concordia reist ins Trainingslager

Delitzsch. Entspannung bei Concordia Delitzsch. Der Handball-Zweitligist reiste gestern mit ein wenig Verspätung ins Trainingslager in den Sportpark Rabenberg nach Breitenbrunn. Planmäßig könnte es heißen, wäre da nicht das vergangene Wochenende. Mannschaft und Trainer hatten ihre Kündigungen bereits unterschrieben und die Bürgen die Geldzahlungen eingestellt. Seit gestern geht es erneut von vorne los.
Gegen 14 Uhr setzten sich die Profis in Richtung Breitenbrunn in Bewegung. Bis auf Alexander Pietzsch, der am Donnerstag nachkommt, und Thomas Oehlrich, der arbeiten muss, sei die Truppe um Trainer Uwe Jungandreas so ziemlich komplett. Das war so nicht unbedingt zu erwarten. „Wir hatten unser Geld auf dem Konto und wir haben gesagt, wenn bis Montag unsere Gehälter überwiesen sind, fahren wir ins Trainingslager, dann machen wir weiter" sagte der Coach gestern Mittag. Klingt leicht und unbeschwert, ist es aber nicht. Hinter der Überraschung, dem Nicht-Inkrafttreten der Kündigungen und der Abreise ins Trainingslager steckt ein gewaltiger Kraftakt. Das Geld haben die 28 Bürgen und weitere Sponsoren am Wochenende aufgebracht. Es ist durchgedrungen, dass es sich dabei um einen Teil, nicht um die vollständigen ausstehenden dreieinhalb Monatsgehälter je Angestellten handelt. „Wir mussten ein Signal setzen, wenn wir davon sprechen, dass wir in die Zukunft des Vereins investieren wollen, heißt das natürlich, dass in erster Linie die Mannschaft unsere Zukunft ist. Darum dieses Zeichen. Wir sind jetzt alle sehr froh, dass die Truppe im Trainingslager ist. Wir für unseren Teil arbeiten weiter hart daran, den Handballsport für Delitzsch zu erhalten. Und dafür sind Lösungsansätze in Sicht", äußerte gestern ein Bürge, der nicht genannt sein möchte. Die Bürgen halten an ihrer Entscheidung fest, kein weiteres Geld in die Begleichung von Altschulden zu stecken.
„Gut, dass die Mannschaft ins Trainingslager fahren kann", sagte der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), in einer ersten Reaktion.
Von den Bürgschaften für das städtische Darlehen in Höhe von
300 000 Euro ist bisher jedoch nur ein Bruchteil hinterlegt. Das bestätigt die Aussagen der Bürgen. Dazu Wilde: Wir können als Stadt das Darlehen nur in der Höhe herausgeben, wie die Bürgschaftssummen hinterlegt werden. So lautet der Stadtratsbeschluss. Ich kann dazu leider keine weiteren verbindlichen Aussagen machen, weil ich vom Vereins-Präsidium bisher nicht offiziell über irgendwelche Aktionen unterrichtet wurde."
Die Mannschaft ist gut im Trainingslager angekommen und hat am Abend die erste Einheit absolviert.

 
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