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Auf der alten Grubenbahnstraße bei Schenkenberg steht eine Couch auf der Fahrbahn. Weiterer Müll liegt im Straßengraben
Es liegt noch gar nicht lange zurück, als Händler und Gewerbetreibende gemeinsam mit der Servicegesellschaft die Innenstadt für den ersten verkaufsoffenen Sonntag am 1. April herausputzten. Die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) an der Spitze und Mitglieder der Werbegemeinschaft ließen eine Sammelaktion folgen und riefen unter dem Motto „Der Dreck muss weg" die Bürger auf, ihnen nachzueifern.
Was manche Zeitgenossen darunter verstehen, entdeckte unser Leser Jürgen Tomisch wenige Meter vom Halleschen Turm entfernt hinter dem Garagenkomplex in der Mozartstraße. Dort türmt sich der Unrat – von Autoteilen, alten Farbeimern, ausgedienten Möbeln über Matratzen bis zur Krabbelbox für Kleinkinder ist alles dabei.
Delitzschs Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) spricht von einem unerträglichen Zustand: „Auch in der Grubenstraße sieht es ähnlich schlimm aus." Etwa 40 kleinere und größere derartige Müllecken sind im Stadtgebiet bekannt. In den Wintermonaten ließ die Stadt durch Mitarbeiter der Servicegesellschaft den Grünstreifen hinter dem Garagenkomplex an der Beerendorfer Straße/F.-C.-Weiskopf-
Straße beräumen (wir berichteten). „14 Tonnen Müll kamen dabei zusammen. Und kaum war die SGD fertig, lag schon neuer Unrat dort", schildert Schöne die Situation.
Recherchen des städtischen Bürgerbüros, um Verursachern auf die Schliche zu kommen, sind bisher ergebnislos geblieben. „Letztlich muss man solche Umweltsünder auf frischer Tat ertappen", sagt der Bürgermeister. Deshalb werde derzeit im Rathaus geprüft, ob man mittels Videoüberwachung Übeltätern auf die Spur kommen kann. „Wir denken auch daran, eine Detektei zu beauftragen", so Schöne weiter.
Die Beräumung des illegalen Müll ist der andere Teil der Geschichte. Zunächst sei der Eigentümer der Flächen verantwortlich, stellt der Bürgermeister klar. Bei Sperrmüll und größeren Ansammlungen sei aber auch das Landratsamt als Untere Abfallbehörde mit im Boot. „Wir sind deshalb mit dem Landratsamt in Kontakt, um zu klären, wie in solchen Fällen verfahren werden kann, damit der Müll schnell verschwindet."
Allerdings stoße das Landratsamt personell an Grenzen. Für Kontrollen seitens der Umweltinspektion stünde derzeit für das Entsorgungsgebiet des ehemaligen Landkreises Delitzsch nur ein Mitarbeiter zur Verfügung, so Rayk Bergner, Sprecher der Kreisverwaltung.