Delitzsch
Ermittlungen nach Deponie-Brand in Delitzsch - Kreiswerke räumen unsachgemäße Lagerung ein
ahr/nöß
Foto: Lutz Schmidt/ Daniel Kaiser
Delitzsch. Die Landesdirektion Leipzig hat nach ersten Untersuchungsergebnissen zum Brand bei den Kreiswerken Delitzsch am 7. April die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass in der Anlage mehr Abfälle gelagert worden seien, als zulässig waren. Die erlaubte Höchstmenge von 4100 Tonnen sei um bis zu 853 Tonnen überschritten worden. 680 Tonnen davon, vorwiegend Mischkunststoffe und Alttextilien, hätten sich auf drei Lagerflächen im Außenbereich befunden, die dafür eigentlich nicht zugelassen waren.
Da die Anlage unter die immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Betriebe falle, bestehe der Verdacht, dass es sich zum Brandzeitpunkt beim dem Areal um einen teilweise nicht genehmigten Betrieb gehandelt habe. Dies sei ein Straftatbestand, so die Landesdirektion in einer Mitteilung.
Das Unternehmen räumte auf Anfrage von LVZ-Online ein, dass der Müll zum Zeitpunkt des Feuers teilweise auf Außenflächen gelagert wurde, die dafür nicht genehmigt waren. Geschäftsführer Heinz Böhmer dementierte jedoch, dass die Anlage mit Abfällen überfüllt gewesen sein soll. „Aus unserer Kalkulation war nicht zu viel Müll gelagert. Hierzu gibt es Unklarheiten zwischen uns und der Landesdirektion“, so Böhmer. Am Freitag will sich das Unternehmen im Rahmen einer Anhörung schriftlich zu den Vorwürfen äußern.
Die Anlage hatte am 7. April in Flammen gestanden. In Spitzenzeiten bekämpften bis zu 25 Verbände aus umliegenden Städten und Gemeinden mit bis zu 200 Kameraden das Feuer. Die Lagerhalle der Kreiswerke war dennoch vollständig zerstört worden.
© LVZ-Online, 29.04.2010, 12:22 Uhr