Delitzsch. Ins Affengehege durften die jungen Fotografen dieser Tage aus Sicherheitsgründen nicht, als sie den Delitzscher Tiergarten besuchten, um Tierfotos zu machen. Die Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen, als Katrin Ernst, die Leiterin der städtischen Einrichtung, den Schülern der Artur-Becker-Mittelschule gleich mehrere Alternativen aufzeigte.
Lehrerin Cornelia Körner kam mit den Schülern des Neigungskurses Informatik/Medien in den Heimatzoo. Alle hatten ihre Kamera dabei, manche knipsten auch mit dem Handy. Auf die Technik legten die Hobbyfotografen nicht das Hauptaugenmerk. Vielmehr kam es der Pädagogin darauf an, dass sich die Schüler für den passenden Moment entscheiden, um den Auslöser zu drücken.
Zuvor hatten sich die Teilnehmer des Kurses darüber ausgetauscht, worauf sie beim Fotografieren besonders achten wollen. Das Spiel mit dem Schatten wollte man diesmal ins Auge fassen. Die Bedingungen dafür waren am Nachmittag bestens. Die Sonne schaute ab und an hinter den Wolken hervor. Für die Motive sorgte Katrin Ernst. Sie machte den Schülern aber auch deutlich: „Man sollte sich auch die Zeit nehmen, sich mal in Ruhe vor die Gehege setzen und abwarten, was passiert.“ Doch dazu waren die Siebtklässler viel zu hippelig. Dennoch gelangen ihnen einige sehenswerte Schnappschüsse, die dann auch, so war zu erfahren, eingereicht werden sollen. „Wir nehmen natürlich an der Tiergarten-Safari teil“, hieß es. Der Wettbewerb läuft noch bis 10. Mai und ist eine gemeinsame Aktion von Stadtverwaltung und dieser Zeitung.
So ganz unerfahren schienen Lisa und Vanessa (beide 13) mit der Tierfotografie nicht. Auch in ihrer Freizeit hätten sie sich schon damit beschäftigt. Warum? „Weil es uns einfach gefällt.“ Von Berührungsängsten hatte Toni noch nichts gehört. Die Kontaktaufnahme mit Gustav, dem handaufgezogenen Ziegenbock, verlief dann auch problemlos. Die Auslöser der Kameras verschreckten den kleinen Kerl nicht. Er schien daran gewöhnt.
So ganz nebenbei machte Katrin Ernst dann noch Biologieunterricht und zeigte an Hand von Gustavs Maul, dass Ziegen nur im Unterkiefer Zähne haben und das Schafe eher dafür geeignet sind, Rasenflächen kurz zu halten. „Bei uns übernehmen das aber die Maras, auch als Pampashasen bekannt.“, erklärte die Tiergartenchefin. Nahezu vorzüglich eignete sich das Bramahhuhn als Fotomodel. Es ließ sich von allen Seiten ablichten, nachdem es die Hausherrin auf den Zaun setzte und dabei festhielt.
Die Hobbyfotografen hatten es auch auf Fische abgesehen, doch da musste Katrin Ernst enttäuschen. „Das werden keine gescheiten Bilder.“ Wer es nicht glaubte, sah es spätestens auf dem Display bestätigt. Zumindest reichlich Schatten gab es darauf, aber eben kein Fisch.