Delitzsch
Feuerwehrtag: Delitzscher zeigen Flagge für Sachsen
Kay Wuerker
Delitzsch. Die Feuerwehr der Loberstadt feiert ab Juli ihr 150-jähriges Bestehen. Doch was den hiesigen Floriansjüngern nächste Woche bevorsteht, hat auch in der langen Historie einen Sonderrang: Die Delitzscher Ortswehr repräsentiert ab Dienstag eine knappe Woche lang das Feuerwehrwesen des Freistaates Sachsen – beim Deutschen Feuerwehrtag in Leipzig, zu dem mehr als
150 000 Gäste aus dem In- und Ausland erwartet werden. Zahlreiche Slowenen, Kroaten und Österreicher übernachten außerdem in Delitzsch, Rackwitz und Zwochau.
Mehr als ein Jahr haben sich die Kameraden am Delitzscher Schäfergraben auf dieses Ereignis vorbereitet. Eine spannende Ausstellung wollen sie zeigen, einen Überblick über 150 Jahre Brandbekämpfung geben. „Wir sind eine der ältesten Wehren Deutschlands. Nicht viele können solch eine lange Tradition vorweisen“, erklärt Alterskamerad Hans-Jürgen Wippert.
Diese Besonderheit, gekoppelt mit dem runden Jubiläum, war ein Hauptgrund für den Landesfeuerwehrverband, die Delitzscher als Sachsens Repräsentanten nach Leipzig zu schicken. Auf einer Aktionsmeile in der Innenstadt stellen sich die Bundesländer an separaten Ständen dar, der sächsische Verband mit den Loberstädtern bezieht Quartier in der Reichsstraße nahe des Stadtgeschichtlichen Museums.
„Wir errichten ein 72 Quadratmeter großes Festzelt, unter dem unsere Ausstellung untergebracht wird“, kündigt Wippert an. Neben den Höhepunkten aus der Chronik finden sich dort Eindrücke aus dem aktuellen Geschehen. So werden die Mannschaften der Ortsteilwehren vorgestellt, wird die Ausbildung vom Kettensägenlehrgang bis zur Wasserrettung erklärt und auch Technik ins rechte Licht gerückt. Die Schenkenberger Ortswehr etwa parkt vor Ort zwei Oldtimer: ein Leiterfahrzeug und eine pferdegezogene Handdruckpumpe.
Überhaupt soll es neben Schrift- und Bilddokumenten auch einiges zum Anfassen geben. „Wir zeigen, wie es beim Feuerwehreinsatz zur Sache gehen kann – mit einer explodierten Gasflasche und zwei Helmen, deren Oberfläche in der Hitze Blasen geschlagen hat“, schildert Wippert. Darüber hinaus werden die Aktivitäten der Frauen thematisiert und die 1991 gegründete Delitzscher Jugendwehr beleuchtet. Als Fotomotiv schlüpft ein Helfer in die historische Branddirektor-Uniform des Delitzscher Originals Gustav Schulze.
Der 69-jährige Hans-Jürgen Wippert gehört bei der Organisation der Schau zu den Hauptmitstreitern, hat aber viele Unterstützer. Schließlich gibt es innerhalb der Ortswehr einen Arbeitskreis mit einem knappen Dutzend Kameraden, die das 150-jährige Jubiläum vorbereiten und damit auch der Ausstellung den Weg geebnet haben.
Bis 12. Juni wollen sich die Loberstädter in Leipzig präsentieren. Am kommenden Dienstag steht um 13 Uhr die Eröffnung im Terminkalender, danach ist die Aktionsmeile täglich von 10 bis 18 Uhr für Publikum zugänglich. Im Übrigen stellt sich unterm Dach der Feuerwehr auch die Große Kreisstadt vor.
Ab 10. und 11. Juni haben sich allerdings auch im Altkreis Delitzsch Gäste angesagt. Wippert berichtet von 60 Mitgliedern einer kroatischen Feuerwehrkapelle, die in der Artur-Becker-Halle übernachtet. Angekündigt werden zudem 50 slowenische Musiker im Zwochauer Mariapoli-Zentrum. Die Sprödaer Kameraden empfangen die Partnerwehr aus Österreich und 40 Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes des Partnerlandkreises Schwäbisch Hall werden in Rackwitz erwartet.
© LVZ-Online, 02.06.2010, 20:21 Uhr