Delitzsch
Freiwillige greifen für Rundweg zur Schippe
Thomas Steingen
Foto: Thomas Steingen
Der SV 2000 Btterfeld bringt den Rundweg mit vielen Freiwilligen wieder in Ordnung.
Sausedlitz/Bitterfeld. Freitag 10 Uhr: Traktorfahrer Christian Hoffmann, Sohn des Löbnitzer Landwirtes Detlev Hoffmann, kippt am Sausedlitzer Ufer eine weitere zirka 14 Tonnen schwere Ladung Kies vom Hänger. Mit dem Bagger breitet Arnolf Heidik das neue Material zugleich an der Bruchstelle des Rundweges am Seelhausener See aus. Günther Städter verfestigt den Kies mit der Rüttelplatte. Doch dann ruft Peter Junge, der Vorsitzende des Sportvereins 2000 Bitterfeld, seine Mannen erst einmal zur Frühstückspause zusammen.
Der Arbeitseinsatz des Sportvereins zur Reparatur des Rundweges, auf dem die Teilnehmer beim 6. Goitzsche-Marathon am 8. Mai unterwegs sein werden, ist im vollem Gange. Er ist eine gemeinsame und länderübergreifende Aktion. „Die Technik kommt aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt, der Kies aus Löbnitz in Sachsen“, sagt Junge. Und die Verpflegung hat der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) organisiert, denn auch die Gemeinde hat großes Interesse, dass die Lücke im Rundweg am See geschlossen wird.
Die Männer lassen sich die Brötchen mit Gehacktes und den Kaffee schmecken. Junge ist zufrieden: „Pünktlich um 7.30 Uhr haben wir heute morgen begonnen. Alles war perfekt vorbereitet, sodass wir sofort loslegen konnten.“ Gegen 10 Uhr sind bereits rund 130 Tonnen Kies an der Bruchstelle, die das Hochwasser im vergangenen September gerissen hatte, verarbeitet. 2010 wurde am alten Leinearm der Damm geöffnet, um Sausedlitz vor einer Überschwemmung zu retten. Die Wucht der Wassermassen unterspülte den Radweg und riss ihn auf eine Länge von rund 200 Metern weg.
Das Ziel für den Freitag lautet: Die Abbruchstelle verfüllen und im weiteren Verlauf die Grasnarbe entfernen, sodass ein aus Recyclingmaterial verfestigter Weg entstehen kann, der als Provisorium den Rundweg schließt. Ein im Kies eingebettetes 500er-PE-Rohr soll gewährleisten, dass im Notfall Leinewasser in den See ablaufen kann.
Für die Grobarbeiten setzen Junge und seine Mitstreiter auf schweres Gerät, dass die Firmen Erd- und Tiefbau Bitterfeld, Wolfener Recycling GmbH und Landwirt Hoffmann zur Verfügung stellen. Am heutigen Sonnabend erwartet der Vereinschef für die Feinarbeiten etwa 50 bis 60 Helfer. Darunter viele Mitglieder des SV 2000, aber auch ehemalige und aktuelle Spitzensportler wie der zweifache Ruderolympiasieger Andreas Hajek, der Ruderweltmeister Carl Ertel und Profi-Schwergewichtsboxer Timo Hofmann sowie weitere Freiwillige. „Natürlich wollen wir, wenn alles geschafft ist, auch etwas feiern. Dazu haben wir auch die Feuerwehren aus der Umgebung eingeladen“, so Junge.
Nach mehreren Zusammenkünften hatten sich der Landkreis, die Gemeinde Löbnitz und der SV 2000 als Veranstalter des Marathons mit dem Bergbausanierer LMBV auf diese Zwischenlösung geeinigt. Die LMBV beteiligt sich finanziell mit 5000 Euro und wird die Stelle im Zuge ihres Planfeststellungsverfahrens zur Sanierung des Tagebaus abschließend bearbeiten. Sprecherin Karin Franke kündigte dies für 2012 an. Dabei soll die Zwischenlösung weitgehend genutzt werden. Gegenwärtig ermöglichst sie nicht nur den Marathon, sondern sie schließt auch eine Lücke der touristische Infrastruktur am See.
© LVZ-Online, 15.04.2011, 18:40 Uhr