Delitzsch
Gerätehaus für neue Technik tiefergelegt
Ditmar Wohlgemuth
Foto: Manfred Lüttich
Das neue Feuerwehrauto für die Schenkenberger Kameraden.
Schenkenberg. Eine Träne nachgeweint haben die Kameraden ihrem W 50 nicht, als er dieser Tage außer Dienst gestellt wurde. Dafür haben die Männer schon ganz anderes Leid gesehen. Ein wenig traurig waren sie dennoch, schließlich hat sie das Gefährt aus DDR-Zeiten seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet. Doch nach gut 80000 Kilometern auf den Achsen und zahlreichen Einsätzen kündigte sich ein Wechsel an.
Zufällig fiel in diese Zeit die Umstrukturierung der Katastrophenschutzeinheiten im Freistaat. Delitzsch und die Schenkenberger profitierten davon, müssen sich nun aber auch neuen, zusätzlichen Aufgaben stellen. Das neue ABC-Fahrzeug gehört zu einer Gefahrengut-Komponente im Landkreis Nordsachsen.
„Die Wasserkanone auf dem W 50-Dach werden wir wohl vermissen“, sagt Wehrleiter Jürgen Schneider nicht ganz ernst gemeint. Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 hat diese Einrichtung nicht, dennoch überwiegt die Freude bei dem Männern in Blau, und auch die Nachwuchsfloriane bekamen kürzlich glänzende Augen, als die neue Technik vorfuhr. Der Anlass der Übergabe wurde mit Bedacht gewählt. Die Ortsteilwehr hatte zur Jahreshauptversammlung geladen, aber auch das Tieferlegen des Gerätehauses ist abgeschlossen. Das Fundament wurde um 35 Zentimeter abgesenkt. 28 aktive Kameraden hat die Schenkenberger Wehr derzeit, die Jugendfeuerwehr ist mit zwölf Mitgliedern gut besetzt. Auf Kameradinnen wartet die Wehr allerdings noch vergebens.
Pfarrer Matthias Taatz sprach die Hoffnung aus, dass auch dies bald gelingt. Zuvor aber segnete er das neuen Fahrzeug vor angetretener Mannschaft im Schneegestöber. Da hatte Wehrleiter Schneider die Autoschlüssel schon in der Hand. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Delitzsch Peter Schwenckner nutzte den Anlass und übergab ein Fahnenband.
In der Pfarrscheune fühlten sich die Kameraden und Gäste zur Versammlung dann doch besser aufgehoben. Schneider als auch Feuerwehrmann Gordon Müller berichteten über die Aktivitäten im vergangenen Jahr. Insgesamt gab es elf Einsätze, siebenmal brannte es, dreimal musste die Wehr ausrücken, um Sturmschäden zu beseitigen. Insgesamt waren die Kameraden mehr als 17 Stunden im Einsatz. Angelika Stoye, Ordnungsdezernentin des Landkreises Nordsachsen, Delitzschs Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) sowie Ortsvorsteherin Gudrun Fritzsch (CDU) bedankten sich für die ehrenamtliche Arbeit in der Wehr und verwiesen auf neu Herausforderungen.
© LVZ-Online, 01.02.2012, 18:06 Uhr