Delitzsch
Nordlichter präsentieren ihr „Musikalisches Dinner“ im Delitzscher Bürgerhaus
Frank Pfuetze
Foto: Manfred Lüttich
"Herzen sind aus Glas", singen Patricia und Cedric Weila im Delitzscher Bürgerhaus.
Delitzsch. Dinner für einen vollen Saal im Bürgerhaus. Die englische Hauptmahlzeit wird traditionell abends eingenommen, so auch am Freitag. Und, um es vorweg zu nehmen, es war ein 34-Gänge-Menü, das – auch schon traditionell – wieder einmal stimmgewaltig und farbenprächtig begeisterte.
In der Mittelschule Nord verderben viele Köche eben nicht den Brei. Dafür sorgen vor allem Chefköchin, Lehrerin und künstlerische Leiterin Sylva Markert und die Ehemaligen – Juliana Gabriel, Natalie Koch, Marian Voß, Stefan Dathe, Lars Winkler – welche die Hauptzutaten für das rund 100-köpfige Ensemble (mit Maske, Dekoration, Schneiderei, Technik, Bühnenbild und Helfern) zubereiteten.
Moderator Fabian Riesel (8. Klasse) versprach Haute cuisine, also „gehobene“ Küche, die nicht unbedingt mit der englischen zu vergleichen ist, aber auf jeden Fall mit der Delitzscher „Nord-Schul-Küche“. Mit dem Lied „Feuer“ präsentierten sich die Nordlichter zur Begrüßung, bevor Juliana Gabriel mit dem Glashaus-Hit „Haltet die Welt an“ für Würze sorgte. Mit „Du kannst nicht immer 17 sein“ traf Stimmungskanone Lars Winkler den Nerv des Publikums. Der Schlager lebt und betonte den guten Geschmack im Gesamtkunstwerk. Denn auch Frida Golds „Wovon sollen wir träumen“, Wolle Petrys „Wahnsinn“, Achim Reichelts „Aloa hej“ und Udos „Hinterm Horizont ...“, bei dem Sylva Markert zur Gitarre griff, hielten die Gäste bei bester Laune. Auf der Speisekarte gab es für jeden Geschmack etwas Köstliches. Lenas „Taken by a stranger“ ebenso wie Elton Johns „Can you feel the love tonight“.
Das Auge isst bekanntlich mit: Neben den musikalischen Leckerbissen beeindruckten ebenso Dekoration und Kostüme, die Turneinlage von Lisa Teube und Jannika Kirchner und vor allem die Tanz- und Ballettkünste von Laura Werner. Maurice Ravels „Boléro“ war zweifellos auch ein optischer Höchstgenuss. Für das Orchesterstück des französischen Komponisten zogen gleich 25 Akteure farbenprächtige Torero-Kostüme an. Als sich Marian Voß „In der Dessousabteilung“ verirrte, sorgte wesentlich weniger Stoff für optische Reize.
Mit „Live is life“ verabschiedeten sich die Künstler auf der Bühne. So gewaltig wie das zweieinhalbstündige Programm war im Anschluss der Applaus des Publikums. Hat geschmeckt! Danke! Bitte Nachschlag!
© LVZ-Online, 30.04.2012, 10:20 Uhr