Delitzsch

Stars und Sternchen in Alu

Wer braucht schon Hollywood und Berlinale? Bei den Rackwitzer Filmnächten lässt Pamela Anderson alte Baywatch-Zeiten wieder aufleben.   Foto: Maria Sandig Wer braucht schon Hollywood und Berlinale? Bei den Rackwitzer Filmnächten lässt Pamela Anderson alte Baywatch-Zeiten wieder aufleben.
Rackwitz. Mit dem 35-jährigen Bestehen des Rackwitzer Faschingsclubs (RFC) wurde am Wochenende im Aludorf ein Jubiläum zelebriert, das ein ebenbürtiges Motto erforderte: Hollywood wurde so trotz eisiger Temperaturen zum sonnigen Rackywood und die RFC-Mitglieder zu Filmstars. Ein durchaus talentierter Elferrat, der durch Grazien wie Rocky Balboa mit Nummerngirl, Popeye und Edward mit den Scherenhänden gebildet wurde, amüsierte das Publikum im prall gefüllten Rackwitzer Filmstudio mit Witz und Charme. Prinz Racki wurde zu Shrek und hatte seine neugewonnene Prinzessin Fiona alias Elke Peters im Schlepptau, mit der er einen Tanz aufs Parkett legte. Und auch im Publikum traf man auf die ein oder andere Berühmtheit: Freddy Krüger, Bibi Blocksberg und Avatare tranken zusammen Bier und ließen das Programm auf sich wirken.

Wie in alter Tradition wurden die weiblichen Akteure durch die reizenden Wesen des Männerballetts ersetzt: ein männliches
zum Thema Mehr Fasching in und um Leipzig gibts im Special "Die Narren sind los!"
Rotkäppchen mit fragwürdig platter Oberweite und eine Marilyn Monroe mit Beinbehaarung zeigten, dass sich Rackwitz nicht allzu ernst nimmt. Damit punktete der Verein beim Publikum, was sich in nicht enden wollendem Applaus bemerkbar machte. Der letzte Auftritt der Schepper-Girls um (Na)Omi Krempel und (R)Omi Schneider stimmte viele Zuschauer und Mitglieder des RFC traurig: nach 35 Jahren Amtszeit wurde die Trennung der Berühmtheiten bekanntgegeben.
„Dieses Loch wird schwer zu füllen sein. Wir sind froh, dass wir in Clemens Döring einen guten Ersatz für unseren ehemaligen Moderator Jürgen Kellner gefunden haben – aber unsere reifen Damen werden schwer zu ersetzen sein“, gab Sven Bräuer, alias Prinz Racki mit Bedauern zu.



Die Snoops, Aluperlen und die Akrobatengruppe um Peter Andrä stellten mit tollen Kostümen und Tanzeinlagen von der Hebefigur aus dem Klassiker Dirty Dancing bis zum Shuffle von LMFAO den Augenschmaus des Abends dar.
Das hinter diesem zweistündigen Programm ein hoher Aufwand steckt, konnte man an der Liebe zum Detail erkennen – ob es um die Kostüme, das Bühnenbild oder den immer perfekt passenden Humor ging. Laut Tanzlehrerin Heidi Wolff, die die 25 kleinen Snoops trainiert und selbst bei den Aluperlen tanzt, steht dieser Aufwand aber im Hintergrund – vor allem im Moment, wenn das Publikum applaudiert und eine Zugabe wünscht. Dann merkt sie: „Die Mühe hat sich gelohnt.“
Die 21-jährige Desiree Horn verfolgte das Programm des RFC zum ersten Mal und war sichtlich begeistert: „Die Show wurde sehr abwechslungsreich gestaltet.

Besonders haben mir die kleinen Meerjungfrauen gefallen, welche zum Lied ,Unter dem Meer‘ aus dem Disneyklassiker Arielle getanzt haben – es ist erstaunlich, dass ein so großer Haufen kleiner Mädchen so diszipliniert sein kann“, erzählte die Auszubildende, die selbst als Pumuckel verkleidet war. In ihren Augen ist das Gemeinschaftsgefühl, das der gesamte Verein während des Programms verkörpert das Geheimrezept für den Erfolg des Rackwitzer Faschings, der jedes Jahr nahezu ausverkauft ist: „Schon in den ersten Minuten merkte man, dass alle zusammenhalten und mit Herz und Seele dabei sind – so kann man als Zuschauer nur mitgerissen werden.“
Schatzmeister Thomas Preißler und Vereinsvorsitzende Katrin Witt waren sich einig – das Vereinsleben, der Zusammenhalt und das jährlich wechselnde Motto machen den Rackwitzer Fasching zu etwas Besonderem: „Wir sind stolz darauf, aus der breiten Masse herauszustechen und werden die Traditionen noch lange beibehalten.“