Delitzsch
Turnier-Highlight in Gefahr
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Foto: Manfred Lüttich
Das Löbnitzer Reit- und Springturnier ist ins Straucheln geraten.
Löbnitz. Die 36. Auflage des Reit- und Springturniers in Löbnitz droht in diesem Jahr in der gewohnten Form auszufallen. Die Vorbereitungen werden derzeit massiv ausgebremst. Dem Pferdesportverein Löbnitz, Organisator des sportlichen Sommerspektakels im Muldedorf, droht eine Zahlungsaufforderung im fünfstelligen Bereich. Der Verein erreichte einen Aufschub bis Ende Februar. Sogar von Insolvenz ist hinter vorgehaltener Hand die Rede.
Die Nachricht schlug ein und machte sprachlos. Der auch international bekannten Veranstaltung mit langjähriger Tradition, aber auch mit Höhen und Tiefen behaftet, scheint nun endgültig die Luft auszugehen. In der Gemeinderatssitzung am Montagabend ließ Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU), auch Mitglied im Vorstand des Pferdesportvereins Löbnitz, die Bombe platzen. Während der Vereinsversammlung dieser Tage sei es zu keiner Neuwahl eines Vorstandes gekommen, weil sich keine Kandidaten zur Verfügung stellten.
Turnusmäßig wird alle zwei Jahre die Leitung des Vereins gewählt. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung, die im Übrigen „sehr schlecht besucht wurde“, so Wohlschläger, war klar, das drei Vorstandsmitglieder ihre Tätigkeiten nicht fortführen und ihren Posten zur Verfügung stellen. Wie es nun weitergeht, sei derzeit noch offen. „Im schlimmsten Fall kann das Amtsgericht uns einen Zwangsverwalter schicken“, kündigte Andreas Wohllebe, Vereins-Schatzmeister und CDU-Gemeinderatsmitglied an.
Denn das derzeit kein arbeitsfähiger Vorstand existiere, müsse man der Behörde ohnehin melden. Wohllebe als auch Wohlschläger kritisierten, dass die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Verein teils drastisch „rückläufig“ sei. Was hinter der Organisation einer Veranstaltung wie dem Reit- und Springturnier stecke, könne nur der nachvollziehen, der dabei ist, hieß es. „Es ist ein enormer Aufwand, der zu stemmen ist“, so der Schatzmeister. Dabei ginge es nicht nur um den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer, auch um die Finanzen. Einnahmen und Ausgaben müssen am Ende stimmen. Wohllebe sprach von einem Rahmenbudget von etwa 80 000 Euro. „Die vergangenen Jahre blieb der Verein immer auf Kosten von bis zu 3000 Euro sitzen, die dann von zwei, drei Unternehmern, die im Verein Mitglied sind, übernommen wurden“, berichtete er weiter.
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Ausgabe der Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung vom 1. Februar 2012.
© LVZ-Online, 31.01.2012, 18:24 Uhr