Eilenburg/Butzbach. „Eilenburger Platz“ heißt seit dem Wochenende ein Areal in der Partnerstadt Butzbach. Das große Schild, das das Wappen der Muldestadt und die Aufschrift „Partnerstadt in Sachsen seit 1990“ trägt, ist jetzt in Dienst gestellt. Eilenburgs Oberbürgermeister Hubertus Wacker (SPD) war dabei. Ganz offiziell werde die Sache mit dem Segen des Stadtparlaments, das dieser Tage zusammentrifft. Aber das sei eher ein formeller Akt, denn der Magistrat hat seine Zustimmung bereits gegeben, war gestern von Rathaussprecher Olaf Hoerschelmann zu hören. Auch der französische Partnerkommune Saint-cyr-l’Éole errichteten die Hessen solch ein freundliches Denkmal. Der kleine Vorgriff auf die offizielle Genehmigung war nötig, weil bereits am Wochenende der Faselmarkt über die Bühne ging und die Oberhäupter der Partnerstädte ohnehin zu Besuch waren. Das Fest eröffneten erstmalig die Chefs aller drei Städte gemeinsam vor dem historischen Rathaus. Der Butzbacher Michael Merle (SPD) wurde bei der Zeremonie von Bernard Debain aus Saint-cyr-l’Èole und Wacker unterstützt. Immerhin ist dieser Markt bereits 571 Jahre alt. Er war zuerst als reiner Viehmarkt entstanden, der sich in der langen Zeit zum großen Volksfest auswuchs. Das fiel diesmal wegen des Wintereinbruchs nicht ganz so frühlingshaft aus wie sonst. Wacker lud die Butzbacher in seinem Grußwort zur Feier des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung und der Städtepartnerschaft ein. „Wir wollen am 4. Oktober eine feierliche Ratssitzung abhalten“, erklärte er der Kreiszeitung. Details stünden noch nicht fest. Aber erste Absprachen für den festlichen Rahmen laufen bereits.
Sein Kollege aus Frankreich durfte indessen die Hammerschläge zum Anzapfen des Freibierfasses ausführen. Wenig später ging es zu den Plätzen, die den Partnerstädten gewidmet werden: zum Kreisverkehr am Landgrafenschloss für Saint-cyr-l’Éole und zum Kreisel nahe der Wetzlarer Straße, wo das Eilenburger Wappen zu sehen ist. Schon vor rund 20 Jahren war dort noch mit dem damaligen Eilenburger Bürgermeister Herbert Poltersdorf (CDU) ein Baum gepflanzt worden.
Wacker reiste nicht allein mit Ehefrau nach Hessen. Das Muldentaler Tanzblasorchester begleitete ihn. Das spielte dann auch beim Konzert der Partnerstädte mit. Unter dem Motto „Ein Brückenschlag für die Freundschaft“ begeisterten sie dort gemeinsam mit dem Orchester Val-d'Oise, der Kapelle Saint Cyrienne und der Feuerwehrkapelle Butzbach.