Eilenburg
Ein Stadtteil in Misskredit
Karin Rieck/Heike Liesaus
Foto: Manfred Lüttich
Eilenburg-Ost gerät immer wieder in die Negativ-Schlagzeilen.
Eilenburg. Der Stadtteil Eilenburg-Ost fürchtet um seinen Ruf. Ende vergangenen Jahres starb in der Windmühlenstraße ein 19-Jähriger nach einem Streit. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Totschlags gegen einen 20-Jährigen. Im Jahr davor geriet die Gegend bereits in die Negativ-Schlagzeilen. Die Wohnung, in der im August 2010 der 19 Monate alte Lion gewaltsam zu Tode kam, liegt in Sichtweite. Vor wenigen Tagen erschütterte die Nachricht, drei Schwarzgekleidete hätten einen Behinderten auf seinem Weg zum Müllbehälter in der nahen Hochhausstraße aus dem Rollstuhl in den eisigen Schnee gekippt und seien unerkannt geflüchtet. Das entfacht die Diskussion über einen vermeintlich sozialen Brennpunkt erneut. Die Kommentare bei LVZ-online zu dem Ereignis mit dem Rollstuhlfahrer sind teils deftig: „Die Tragödien mehren sich, insbesondere in Eilenburg-Ost. Geld versickerte mehrfach in der Innenstadt und natürlich dort, wo die Ratsherren wohnen", wird behauptet. In den restlichen Stadtteilen würden sich Infrastruktur und Lebensqualität verschlechtern. „Respekt und Anstand gibt es anscheinend nicht mehr. Sich an Wehrlosen zu vergreifen, ist echt das letzte", schimpft Max. „Vermummte Straftaten" seien hier, im Osten der Stadt, „normal".
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© LVZ-Online, 15.02.2012, 10:38 Uhr