Eilenburg
Familienspaß am Hausberg - Rodelnacht lockt halbes Dorf an
Steffen Brost
Foto: Steffen Brost
Bei einem herrlichen Sonnenuntergang geht es mit den Schlitten den Sprottaer Hausberg
runter.
Sprotta. Riesenspaß im Bauttauner Weg in Sprotta. Am späten Sonnabendnachmittag
startete das zweite Sprottaer Nachtrodeln. Im vergangenen Jahr ergriff Rosel
Pötzsch die Initiative und organisierte mit Nachbarn und Freunden erstmalig den
Rodelspaß für groß und klein. "Wir sind eine gute Gemeinschaft im Battauner Weg.
Wir feiern Straßenfeste, organisieren jedes Jahr einen kleinen Weihnachtsmarkt
und treffen uns auch sonst regelmäßig. Das schweißt zusammen. Und so ist es auch
mit unserer Rodelnacht. Jeder packt mit an und hilft", freut sich Rosel Pötzsch.
Ort des Geschehens ist ein großes Feld am Battauner Weg. Hier wurde schon zu
DDR-Zeiten Erde für einen Rodelberg zusammengeschoben. Der ist bis heute
erhalten geblieben und bietet jedes Jahr, wenn Schnee gefallen ist, ideale
Rodelkulisse. Am Donnerstag wurde das diesjährige Vorhaben in die Tat umgesetzt.
"Ich habe die halbe Straße angerufen, SMS verschickt und gesagt, dass es am
Sonnabend los geht. Es musste ja schließlich einiges organisiert werden. Von der
Stromversorgung über Glühwein bis hin zur Beleuchtung und dem Bratwurststand",
erzählte die Initiatorin. Aushänge im Kindergarten und im Dorf sollten auf das
kurzfristige Ereignis hinweisen.
Dann konnte es losgehen. Mike Pötzsch tuckerte
mit seinem Traktor samt Anhänger durch den Ort und sammelte alle Gerätschaften
ein. Es wurden Kabel verlegt und an ein kleines Notstromaggregat im Wald
angeschlossen. Das lieferte Strom für die Glühweinbehälter und die beiden großen
Scheinwerfer am Hügel. Als die Sonne hinter Eilenburg am Horizont verschwand
kamen die ersten Rodler. Schnell wurden es am Hügel mehr und es bildeten sich
Warteschlangen zum Rutschen. "Im vergangenen Jahr ist Bauer Stichel mit seinem
Traktor und jeder Menge Schlitten im Schlepptau über den Acker gefahren. Das war
ein Riesengaudi", erinnerte sich Rosel Pötzsch. Auch diesmal stand der Spaß im
Vordergrund. Während sich die größeren am Glühweinstand und Lagerfeuer wärmten,
tobten die Kinder am Rodelberg. "Ich bin mit meinem Opi aus Eilenburg hier. Das
macht riesigen Spaß hier runterzufahren", sagte der achtjährige Mathia Einhorn.
Auch der dreijährige Rio Freisleben kam mit Oma Ilona aus Glaucha angefahren, um
beim Rodelspaß teilzunehmen. Die Temperaturen gingen im Laufe des Abends bis auf
zehn Grad unter Null zurück. Doch frieren tat niemand. "Ich habe spezielle
Filzstiefel an. Da geht keine Kälte durch", lachte Rosel Pötzsch. Schweißperlen
vom rodeln standen derweil Jonas und Philipp Spanknöbel und ihrem Freund
Tom-Niklas Schöne auf der Stirn.
Sie haben kurzerhand ihre drei Schlitten zu
einer Formation zusammengebunden und stürzten sich wagemutig den Abhang
hinunter. "Das macht hier risigen Spaß. Wir sind hier an dem Hügel öfters und
rodeln, wenn wir Freizeit haben", sagte Philipp Spanknöbel. Bis spät in den
Abend loderte das Lagerfeuer und die Sprottaer genossen die kalte Nacht bei
heißen Glühwein und einer nächtlichen Rodelpartie.
© LVZ-Online, 13.02.2012, 08:07 Uhr