Eilenburg. Es war schon eine bewegende Feier, als Eilenburgs Pfarrer Ralph Günther am Sonntagnachmittag seinen letzten Gottesdienst in der Muldstadt
hielt. Die Nikolaikirche zu Eilenburg war so voll, wie es sonst nur zu Weihnachten der Fall ist. Alle waren sie gekommen, die dem Geistlichen mit dem jungenhaften Charme auf dem Weg in seinen neuen Wirkungsbereich alle guten Wünsche mitgeben wollten.
Seine von musikalischen Darbietungen der Rinckartkantorei unter Lena Ruddies umrahmte Abschiedspredigt hatte er unter das Motto gestellt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Und er verwies auf das Wort des Apostels Paulus in seinem zweiten Brief an die Korinther, wo der Jünger Jesu sagt: „Gelobt sei Gott, der uns tröstet in all unserer Trübsal“.
Wie schwer dem Gottesmann der Abschied fiel, konnte die versammelte Gemeinde weniger seinen Worten, als vielmehr der Art und Weise entnehmen, wie er sie aussprach. Mehr als einmal versuchte der Seelenhirte, seinen Schäfchen in seiner Predigt Trost zuzusprechen, aber seine Tränen erstickte Stimme machte es ihm sehr, sehr schwer. Es schien, als ob er in diesem Moment selbst tröstliche Zuwendung am nötigsten brauchte.
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