Eilenburg
Philipp liest am besten vor
Magdalena Fröhlich
Foto: Lesewettbewerb Magdalena Fröhlich
Die Teilnehmer am Lesewettbewerb.
Eilenburg. Philipp Zimmermann weiß: Jetzt sind alle Augen auf mich gerichtet. Er setzt sich hin, Papier raschelt. Dann knistert die Spannung in der Luft. Ob es wohl gereicht hat? Am Ende stellt sich heraus: Alle sind Sieger, doch Philipp ist der Erste. Im Altkreis Delitzsch ist er der beste Sechstklässler am Gymnasium im Vorlesen. Schon bei der Auswahl des Buches lag er goldrichtig: Die Abenteuer des Tom Sawyer von Mark Twain. Mit diesen Lausbubengeschichten hatte er die Lacher schon auf seiner Seite. Ob er selbst auch anderen gern einen Streich spielt? „Hm, naja, vielleicht“, schmunzelt er. Jedenfalls musste er als Strafe noch keinen Zaun streichen, so, wie der Romanheld. Die Aufgabe: Erst aus einem bekannten Schmöker vorlesen und dann beweisen, dass auch ein unbekannter Text kein Problem ist. Mut machte ein Grußwort des Bundespräsidenten Horst Köhler (CDU). Er meint: Lesen macht Laune. Denn wer lese, dem erscheinen viele Menschen und Welten und man könne so auf Reisen gehen. Außerdem mache Lesen stark. Zwar nicht in den Muskeln, aber im Kopf. Denn wer lese, kennt sich besser aus und kann sich so ein eigenes Urteil bilden. Und noch ein Argument hat der Bundespräsident fürs Lesen: Es mache tolerant. Denn den Lesern würden viele Ansichten und Gewohnheiten begegnen. So sei man mutiger, sich mit dem auseinanderzusetzen, was zuerst fremd und anders erscheint.
© LVZ-Online, 04.03.2010, 18:11 Uhr