Eilenburg. „Ich höre was, was du nicht hörst" heißt das Medienprojekt der DRK-Kindertagesstätte Schwalbennest in Eilenburg. Seit August basteln die Mädchen und Jungen der Vorschulgruppe an einer Hörgeschichte. Hilfe bekommen sie dabei von Profis wie der Theaterwissenschaftlerin Norma Schroeter und Studioleiter Robert Helbig vom Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal.
„Wir sind seit August jeden Montag in der Einrichtung. Bei diesem Projekt steht der Hörsinn im Mittelpunkt. Das beginnt beim genauen Zuhören, geht über die Aufnahme von Geräuschen bis hin zur Produktion einer eigenen Hörgeschichte. Ziel ist es, dass die teilnehmenden Kinder erste Erfahrungen im Umgang mit Medien sammeln und sich kreativ mit ihnen ausdrücken", erklärte Schroeter.
Nachdem in den ersten Wochen der Berliner Geräuschemacher Jörg Klinkenberg zu Gast war (wir berichteten), sind die Mädchen und Jungen inzwischen auch selber auf Hörsafari in den Parks und Wäldern der Umgebung gewesen. „Wir haben das Sägen, die Töne eines Jagdhorns, Blätterrascheln und viele andere Dinge aufgenommen. Diese Töne werden in unserer Geschichte mit verarbeitet", sagte Erzieherin Ute Czura.
Ursprünglich sollte die Geschichte der Fantasiefigur Grüffelo erzählt werden. Doch die beiden Radioprofis sind im Laufe der Besuche in Eilenburg etwas umgeschwenkt und planen jetzt die Geschichte eines Bären. „Die spielt im Ohr des Bären, der durch den Wald läuft. Die Kinder sitzen sozusagen im Ohr des Tieres und erleben von dort aus, wie der Bär die Welt über die Geräusche erlebt", so Czura weiter.
Die Erzieherin ist begeistert, wie die Radioleute mit den Kindern arbeiten. „Das Hörprojekt berührt ganz viele Seiten. Wir arbeiten mit Buchstaben und Zahlen. Unsere Kinder haben dabei gelernt, andere ausreden zu lassen, ehe sie selber etwas sagen. Sie merken sich vieles besser und ihr Selbstbewusstsein hat sich gestärkt. Schüchterne Kinder sind in den vergangenen Wochen richtig aus sich herausgekommen."
Mitte Dezember soll die Hörgeschichte fertig sein und präsentiert werden. Bis dahin besuchen die Kindergartenkinder auch noch den Radiosender Leipzig und erleben, wie Radio gemacht wird. Und dann haben die Eilenburger noch ein ganz heißes Eisen im Feuer. Ihre Hörgeschichte ist nominiert für den Sächsischen Medienpreis. Der wird am 1. Dezember in der Landeshauptstadt Dresden vergeben. Erstmalig in diesem Jahr durften auch Kitas mitmachen. „Wir sind zur Auszeichnungsveranstaltung eingeladen. Vielleicht gewinnen wir sogar", hofft Ute Czura. Steffen Brost