Eilenburg (ka). Für Entsetzen und Unverständnis sorgt das Vorgehen dreier Unbekannter, die am Dienstagabend einen 63-jährigen Mann in große Gefahr gebracht haben. Der beidseitig beinamputierte Mann war gegen 20.30 Uhr mit seinem Rollstuhl aus seiner Wohnung im Hochhaus in Eilenburg-Ost zu der auf der Rückseite des Gebäudes befindlichen Müllanlage gefahren. Als er auf dem Rückweg war, sprangen unvermittelt drei dunkel bekleidete Männer aus dem Gebüsch, kippten den Rollstuhl, bis der Mann in den Schnee fiel, ließen ihn dort liegen und flüchteten, vermutlich mit dem Gefährt, in Richtung Torgauer Landstraße.
Dem Mann gelang es schließlich nur mit großen Mühen, aus eigener Kraft zum Haus, über eine Rampe in den Kellerbereich zum dort befindlichen Fahrstuhl zu robben und in seine Wohnung zurückzukehren. Die Tat wurde erst gestern Morgen bekannt, als eine Mitarbeiterin des Ambulanten Pflegedienstes der Volkssolidarität den Mann und seine ebenfalls gehbehinderte Frau in der Wohnung aufsuchte.
„Die Ehefrau hat uns geschildert, was passiert war. Ihr Mann war noch immer benommen und traurig, dass sein Rollstuhl weg war, konnte nicht verstehen, dass ihm so etwas angetan wird. Unsere Mitarbeiterin hat sofort die Polizei informiert", so Manuela Winter, Leiterin des Pflegedienstes. Auch sie und ihre Mitarbeiter sind geschockt: „Das ist eine große Sauerei. Der Mann hätte erfrieren können." Der Rollstuhl stand am Morgen vor dem Eingang des Hauses und wurde gesichert.
Die Polizei sucht jetzt Zeugen und fragt: Wer hat am Dienstag nach 20.30 Uhr die drei Täter mit einem leeren Rollstuhl (oder unter Nutzung des Rollstuhls) gesehen? Wer kann Hinweise zu diesen Personen geben? Wer hat gesehen, wie der Rollstuhl zurückgebracht wurde? Hinweise bitte an das Polizeirevier Eilenburg, Telefonnummer: 03423/6440 oder an jede andere Polizeidienststelle.