Geithain
Bürger der Region Geithain gehen beschwingt in den Mai
Thomas Lang
Foto: Jens Paul Taubert
In Flößberg demonstriert bei einer Schauvorführung Florian Scholz, was passiert, wenn man Fett mit Wasser löschen will.
Region Geithain. Weniger im Zeichen des Kampf- als des Feiertags stand der 1. Mai in der Region Geithain. Lediglich die Geithainer Stadtratsfraktion der Linken brachte gestern bei einem Politfrühschoppen am Geithainer Bürgerhaus politische Forderungen ins Spiel. Ansonsten wurde der Vorabend des Feiertags vielerorts ausgiebig zu geselligem Beisammensein, Umzügen, Tanz und Vergnügen für Klein und Groß genutzt.
Politfrühschoppen der Partei Die Linke in Geithain haben Tradition. Diesmal konnten die Anwesenden dazu den Kreisvorsitzenden Holger Luedke begrüßen. Der verdeutlichte, worum es an diesem Tag auch gehen sollte. „Es kann doch nicht angehen, dass in diesem reichen Deutschland inzwischen jeder vierte Beschäftigte Niedriglohn erhält, der Staat die Einkünfte aufstocken muss, damit die Menschen überhaupt über die Runden kommen“, war eines der Dinge, die ihm wichtig waren. Es sei höchste Zeit für einen flächendeckenden und existenzsichernden Mindestlohn. Und statt einer Schuldenbremse solle endlich die Vermögenssteuer wieder eingeführt und eine Finanztransaktionssteuer beschlossen werden, hob er hervor. * Zu einem wahren Volksfest wurde auch diesmal das Walpurgisfest am Montagabend in Geithain. Nachdem Kameraden der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr den Maibaum auf dem Markt aufgerichtet hatten, folgten zahlreiche Bürger dem Geithainer Musikverein ins Stadion. Dort sorgten die Frohburger Schülerband „Die kurzen“ mit Livemusik für gute Stimmung. Für die Kinder wurden vom Spielmobil „Kaos“ Spiele veranstaltet. Es gab es eine Hüpfburg. Viele ließen beim Geithainer Carneval Club schminken, dessen Mitglieder auch für ein großes Lagerfeuer mit Hexe gesorgt hatte und sich für Speis und Trank einbrachten. „Es ist hier eine Atmosphäre, wie wir sie einst bei den Vereinsfesten hatten. Man trifft Leute wieder, die man das ganze Jahr nicht sieht, plaudert, hört Musik, isst und trinkt etwas. Klasse“, so der Geithainer Thomas Veit. * Mit einem Jubiläum waren die Feierlichkeiten in Flößberg verbunden. Hierbei begingen vorgestern die derzeit sieben Mitglieder der Jugendfeuerwehr zwischen acht und 15 Jahren zugleich deren 15-jähriges Bestehen. „Da wir uns immer über weitere Mitstreiter freuen, wollen wir heute unsere Arbeit etwas vorstellen, Interesse dafür herauslocken“, so Jugendwart Daniel Wieland. Ab 16 Uhr schon waren Kinder und Jugendliche zu einem Spielparcours am Gerätehaus willkommen. Sie konnten sich am Zielspritzen, an einem Wassergesckicklichkeitsspiel und einem Quiz beteiligen. Und noch etwas ließ die Herzen höher schlagen: Das neue Einsatzfahrzeug der Flößberger Wehr – ein Tanklöschfahrzeug mit 2500 Litern Wasser an Bord, hydraulichem Rettungsgerät, Notstromer und vielem anderen, wurde von den Kameraden der FFW Frohburg übernommen und offiziell in Dienst gestellt. „Ein Fahrzeug, das wahrlich unseren Wünschen entspricht“, so Wehrleiter Ronny Eydner. Mit Schauvorführungen zu den Folgen einer Fett- und Sprayflaschenexplosion, Lagerfeuer und Tanz ging es weiter. * Ein Novum prägte die Zeremonie des Maibaumsetzens in der Kohren-Sahlis. Mädchen und Jungen der Grundschule und der Kindertagesstätte gestalteten nicht nur mit Beiträgen den Programmreigen mit. Sie hatten im Kreis vieler anderer Steppkes dann auch ihren Spaß beim ersten Entenrennen im Rattebach. 50 Kinder ließen die quittegelben Plastfiguren am Startplatz vor der Kita „Turmspatzen“ zu Wasser und feuerten sie auf dem Weg zum Ziel tüchtig an. Die von Laura Mühling erwies sich am FFW-Gerätehaus als die Schnellste. Die Jugendfeuerwehr sorgte dort für weitere Spiele. Dann wurde bis in die Nacht hinein in den Mai gefeiert und getanzt.
© LVZ-Online, 01.05.2012, 13:40 Uhr