Glasten/Geithain. Mit Landschaftsbildern, Menschen- und Tierporträts startet das kleine Museum des Glastener Heimatvereins am 6. Mai in seine Ausstellungssaison. Der rührige Verein knüpft damit an eine Erfolgsgeschichte von 2008/09 an. Damals hatten wechselnde Bilder-Schauen regionaler Maler und Grafiker viele Besucher nach Glasten geholt. Den Auftakt 2012 bestreitet Kathrin Pfitzner. Für die Geithainerin eine Premiere.
Dass ihr Pastell der Glastener Kirche ausgestellt wird, steht für Kathrin Pfitzner fest. Zu den Bildern historischer Bauten, die sie im Heimatmuseum zeigen wird, gehört gewiss auch das Geithainer Stadttor. Bestimmt finden die Betrachter dann auch das Porträt der dreijährigen Emily wieder, das Blatt mit der in sich ruhenden getigerten Katze, landschaftliche Impressionen, aus dem Spreewald etwa. „Vielleicht schaffe ich es auch noch, etwas Abstraktes in Öl zu probieren", sagt die 42-Jährige, die gern der Faszination der Farben erliegt. Und die Kreativität in einem raumgreifenden Sinn versteht: Sie malt, sie filzt, sie gestaltet Raumschmuck und Räume – die ihrer Wohnung etwa -, sie fotografiert. Fotografien sind für sie Vorstufen des Malens; sie bannen den Augenblick, eine Situation für die Zeit, die Pfitzner für die Übersetzung in Gemaltes braucht.
Wobei Zeit relativ ist. „Ich muss an einem Tag fertig werden, und dann muss es perfekt sein", erzählt Kathrin Pfitzner über ihre Arbeitsweise. Verwunderlich ist es deshalb nicht, dass ihr Regentage durchaus zupass kommen. Dann malt sie, Sonnabend, Sonntag, wann immer ein paar Stunden Raum sind. Für sie eine Möglichkeit, sich zu vertiefen, Abstand zu gewinnen und Land. Der Facetten-Reichtum der Natur, das Wechselspiel von Licht und Farben regen sie immer neu an. Aber auch historische Ansichten, wie sie im vergangenen Jahr zur 825-Jahr-Feier der Stadt in manchem Schaufenster Geithains zu sehen waren: „Das Alte, Gestandene strahlt Ruhe aus, ist unverrückbar, ist Geschichte."
Gemalt hat Pfitzner, die in Geithain aufwuchs, schon immer. In der Schule waren es Kosmonauten, fahnengeschmückte Fassaden oder „Peter im Tierpark". Später, nach der Lehre zur Verkäuferin und in den ersten Berufsjahren griff sie selten nur zu Stift oder Pinsel. „Richtig gepackt hat es mich erst wieder im vergangenen Jahr", sagt sie. Das Handwerkliche, sie besitzt es, tauscht sich allenfalls aus im Internet mit Malenden, die ihr ein Stück voraus sind, denen sie folgen möchte auf eigene Art. „Kritik ist mir wichtig, aber nicht als freundliche Bestätigung. Sie muss mich voranbringen." Dass sie jetzt in Glasten ausstellt und damit zum ersten mal ungeschützt den Schritt in eine größere Öffentlichkeit geht, ist trotz Internet-Präsenz eine grundlegend andere Situation. Auf die Reaktionen des Publikums ist sie gespannt. Zwei Dutzend Bilder will sie im Museum zeigen, möglicherweise darüber hinaus Gefilztes, einige Handarbeiten, vielleicht sogar die Weihnachtskrippe, die sie vor Jahren gestaltete. Denkbar, dass bis zur Vernissage noch völlig Neues entsteht, denn Pfitzner ist keine, der still die Hände in den Schoß legen kann. Sich selbst verwirklichen durch Kreativität, ein Anspruch, den die in einer Geithainer Damenboutique Arbeitende für sich reklamiert. Und mit dem sich Freund und Katze gern arrangieren. Apropos Katze: Von der eigenen gibt es bisher kein Porträt. Es wird kommen. Kathrin Pfitzners Traum? Sie überlegt nur Augenblicke: „Ein kleines Bauernhaus mit einem kleinen Garten, wo ich mich so richtig austoben kann."
Die Schau ist am 6. Mai von 14 bis 17 Uhr zu sehen, in der Folge dann an jedem ersten und dritten Sonntag zu dieser Zeit.