Kohren-Sahlis. Einstimmig angenommen hat der Stadtrat von Kohren-Sahlis die Museumskonzeption der Stadt. Immerhin ist das Töpferstädtchen Träger dreier Museen – des Töpfermuseums, der Hofmannschen Sammlung und des Schwindpavillons. Und muss damit den Spagat zwischen dem Anspruch, Qualität anzubieten und sparen zu müssen, bewältigen.
Die Museumskonzeption hat es in sich, analysiert keineswegs nur den Ist-Zustand, sondern zeigt die Potenziale und Perspektiven für die mittel- bis langfristige Entwicklung der drei Museen auf. Dass dies auch Geld kostet, die Stadt finanziell nicht gerade üppig ausgestattet ist, ist ebenso klar. Dennoch soll unter Berücksichtigung der Haushaltssituation das Möglichste versucht werden, bekannten sich Stadtrat und -verwaltung unisono. „Die genannten kritischen Punkte, die verändert werden müssen, sollten in unseren Hinterköpfen bleiben", unterstrich deshalb auch Stadtrat Thomas Pohling (CDU) in der Diskussion.
Beispiele, was in Sachen Zukunftsplanung getan und verändert werden müsste, füllen allein fünf Seiten der Konzeption. So soll das Töpfermuseum in der Baumgartenstraße, wenn möglich, wieder so rekonstruiert werden, wie es im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts der Fall war. „Denn das Baudenkmal selbst ist Teil der Ausstellung. Unser Museum ist eines der wenigen, die sich in einem historischen Töpfereigebäude befinden. In ganz Mitteldeutschland ist das einzigartig", so Museumsleiterin Corinne Schulze. Aber auch im Innern soll sich etwas tun, unter anderem die Ausstellung weiter modernisiert werden. „Der Teil, der die Lebensbereiche der Töpfer inszeniert und darstellt – von Töpferstube über Küche und Gewölbe bis zum Gesellenzimmer – soll um die Räume im Obergeschoss erweitert werden", benennt Schulze ein Beispiel. „Die derzeitigen Ausstellungsräume mit blau-weißer Töpferware und ,Moderne Keramik‘ sollen dann Wohnstube und Schlafzimmer der Töpferfamilie des 19. Jahrhunderts zeigen."
In der Hofmannschen Sammlung am Markt 71 dagegen müsse die Einzigartigkeit dieser Privatsammlung noch mehr herausgestellt werden. Und entsprechend des Leitbildes, dass die Besucher in den Kohrener Museen immer wieder Neues erfahren sollen, sind die dortigen Ausstellungen ständig zu verändern.
„Da viele Dinge der Sammlung aufgrund mangelnden Platzes bisher nicht gezeigt werden konnten, soll der Ausstellungsraum im Obergeschoss des Hinterhauses für Sonderschauen genutzt werden", ist nur eines der benannten Vorhaben in diesem Objekt. Da im besagten Haus einst auch Handdruck sowie eine Weberei ansässig waren, könnten und sollen museumspädagogische Programme entwickelt werden, um dadurch den Unterricht von Schulen der Umgebung zu unterstützen und zur Veranschaulichung beizutragen.
Zwar ist der Schwindpavillon kein Museum im eigentlichen Sinne, da er keine Sammlung beherbergt. Doch als Baudenkmal versetzt er viele Besucher in Bewunderung ob seines herrlichen Saales und der dortigen Wandbilder. Er wird deshalb in den Sommermonaten weiter als Konzertsaal und Standesamt genutzt. Aber auch hier soll noch mehr als bisher vor allem bei Kindern und Jugendlichen Interesse geweckt werden, beispielsweise durch pädagogische Programme, um sie mit der griechischen Mythologie, dem Landleben im 19. Jahrhundert sowie der Malerei Moritz von Schwinds bekannt zu machen.
„Unser Anspruch ist auch weiterhin, uns aus dem Überangebot kleiner Heimatmuseen und -stuben herauszuheben, die überregionale Bedeutung unserer Einrichtung zu behaupten", so Schulze. Verschwindet das Museumskonzept nicht in der Schublade, dürfte es einen gewichtigen Schritt dazu leisten.