Tautenhain. Seit vielen Jahren können sich die Bürger des kleine Ortes Tautenhain des besten Fernsehempfangs in der gesamten Region rühmen – dank ihrer eigenen Gemeinschaftsempfangsanlage. Genau vor 25 Jahren schlug die Geburtsstunde der Tautenhainer Antennengemeinschaft.
„In jenen Jahren versuchten auch wir Tautenhainer, mit immer größeren Antennen, die immer höher über den Dachfirst hinausgeschoben wurden, das begehrte Westfernsehen empfangen zu können“, erinnert sich Jürgen Krowarsch, der Vorsitzende der Antennengemeinschaft. 1984 fassten die Tautenhainer Gottfried Herbst, Ulrich Rose und Frank Schönberg den Entschluss, einen in ihrer Grundstücksnähe stehenden abgerüsteten Elektrogittermast als Antennenmast für eine Gemeinschaftsanlage zu nutzen. Der damalige Rat des Kreises Geithain willigte nach hartnäckigen Verhandlungen er. Bedingung: Das ganze Dorf muss angeschlossen werden.
Ein Häuflein Gleichgesinnter warb im Dorf leidenschaftlich für das Unterfangen. „Die Zweifel waren bei vielen Bürgern zunächst groß, als im Februar 1984 zu einer Info-Veranstaltung eingeladen war. Doch die Vorurteile konnten in heißen Diskussionen abgebaut werden“, schildert Krowarsch die Anfänge. Schließlich wurde im März die „Interessengemeinschaft Fernsehen/UKW-Hörfunk“ gegründet.
Arbeitsreiche Wochen folgten. Unter Leitung der Firma Zacharias aus Cursdorf bei Penig und mit dem Eifer des Geithainer Dienstleistungskombinats und der sechs Vorstandsmitglieder war bald die Dorfbevölkerung emsig mit Schaufel und Spitzhacke dabei, Kabelgräben auszuheben, wurden zahlreiche Masten gesetzt. Doch bereits während der Weihnachtsfeiertage 1984 flimmerte auf den Bildschirmen aller Anschlüsse ein lupenreines Fernsehbild – Ost wie West. Heute kann in Tautenhain mit entsprechender Empfangstechnik das hochauflösende Fernsehen HDTV empfangen werden. Und alles, ohne dass sich die moderaten Jahresbeiträge geändert haben.
So kann die Antennengemeinschaft Tautenhain – seit der Wende als wirtschaftlicher Verein firmierend – getrost der Fernsehzukunft entgegen sehen. Das Jubiläum soll am Freitag im Gasthof Schwarze gebührend gefeiert werden.