Grimma. Ihre Bewegungen sind elegant, die Sprünge kraftvoll, Erfolge messbar: Mit Paula Mikolajczyk erläuft ein vielversprechendes Nachwuchstalent für der Eiskunstlaufsportverein (ESV) Grimma beacht-
liche Erfolge. Der überraschende dritte Platz der Elfjährigen beim Deutschlandpokal ließ die Fachwelt aufhorchen. „Ihre Stärke sind die Sprünge", sagt Trainerin Peggy Schwarz.
Bereits in ihren jungen Jahren hat das zarte blonde Mädchen ein Mammutprogramm zu absolvieren. Neben dem Unterricht in der fünften Klasse am Sportgymnasium in Chemnitz trainiert sie an sechs Tagen in der Woche in der Eishalle. „Unser ganzes Leben läuft nach Trainings- und Wettkampfplan", erzählt Mutter Heike Mikolajczyk.
Im zarten Alter von vier Jahren stand das Mädchen mit den blonden Zöpfen auf dem Eis. Alles sei sehr langsam gegangen, erinnert sich die Mutter, die in Grimma ein Reisecenter führt. Aus einzelnen Elementen wuchs ein sprunggewaltiges Kurzprogramm zur Musik aus dem Film „Das große Krabbeln". Fast ein bisschen keck tippelt sie übers Eis wie die Ameisen. Weich und harmonisch sind dagegen ihre Bewegungen in der Kür zum Soundtrack von Corpse Bride. Den märchenhaften „Tanz mit einer Leiche" bringt das Mädchen so beschwingt aufs Eis, dass es den Kampfrichtern ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Doch nicht nur tänzerischer Ausdruck verhilft ihr aufs Treppchen. Mit sicher gestandenen Doppelaxel, Doppelflip und Doppellutz sowie sauberen Sprungkombinationen erkämpft sie sich einen Platz an der Spitze.
Heute füllen die Erfolge von Paula schon einen dicken Aktenordner. Bereits seit 2008 belegt sie in ihrer Altersklasse vordere Plätze. Bei der Kinder-Europameisterschaft in Wien 2009 rangierte sie auf dem vierten Platz. Nach der Bronzemedaille beim diesjährigen Deutschlandpokal gilt sie bundesweit als drittbeste Eiskunstläuferin in der Altersklasse U 13. Und da ist noch Luft nach oben. Denn Paula wird erst im Juni dieses Jahres zwölf.
„Sie hat Talent und muss gefördert werden", stellt ihre Grimmaer Trainerin Peggy Schwarz fest. Deshalb begrüßt sie den Wechsel der Nachwuchsläuferin an das Leistungszentrum nach Chemnitz, wo sie von Landestrainerin Heather Celestine Lawless trainiert wird. Welche Perspektiven das junge Mädchen mal haben wird, vermag Schwarz momentan noch nicht zu sagen. „Erst mit 14 oder 15 Jahren stellt sich heraus, ob sie das Potenzial hat, in der Weltspitze mitzulaufen", so die einst aktive Eiskunstläuferin, die mit ihrem Partner Mirko Müller bei den Weltmeisterschaften in Minneapolis 1998 einen dritten Platz belegte.
Trotz ihrer sportlichen Erfolge lässt Paula in ihrem Ehrgeiz nicht nach. „Aber sie ist ein ganz normales Mädchen", sagt Mutter Heike. Sie liebt alles, was Bewegung verspricht, genauso wie die tierischen Familienmitglieder Meerschwein, Hase und Hund. Natürlich träumt sie von einer Karriere, wie sie Kati Witt hingelegt hat. Auf Tuchfühlung mit der einstigen Vorzeige-Athletin war sie bereits: Bei der Präsentation von Münchens Bewerbung für die olympischen Winterspiele 2018.