Grimma. Die etwa 220 Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren der Großen Kreisstadt Grimma, also auch die aus den zur Muldestadt gehörenden Ortsteilen, kamen im Vereinshaus Großbardau „Zur Weintraube“ zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammen. Im Mittelpunkt standen traditionell der Rechenschaftsbericht sowie Beförderungen und Auszeichnungen.
Große Überraschungen gab es da nicht. Im Gegenteil. „Wir schweben auf Wolke Sieben“, sagte Grimmas Ortswehrleiter Thomas Knoblich im Vorfeld der Versammlung, weil er aus familiären Gründen nicht persönlich anwesend sein konnte. Soll heißen, dass 2010 „geballt ein Zuwachs an neuer Technik“ erwartet wird. „Da können wir uns doch nur freuen“, so Knoblich. Allerdings weiß er auch, dass es für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist, wenn die Grimmaer Wehren gleich fünf neue Fahrzeuge bekommen. „Es wird ja auch nur die Technik sein, über die wir seit so vielen Jahren nur gesprochen haben. Denn wir sind schon grenzwertig draußen rumgefahren“, bekräftigte Knoblich seinen Anspruch, der letztlich auch einen erheblichen Einfluss auf die Motivation der Truppe habe.
Die spiegelte sich dann auch im Rechenschaftsbericht wider. Wohlgemerkt freiwillig haben sich die Kameradinnen und Kameraden im letzten Jahr Tag und Nacht 3 260 Stunden für insgesamt 189 Einsätze ans Bein gebunden. Im Durchschnitt wurden die Blaulichter jeden zweiten Tag eingeschaltet. Für Brände sowieso, die etwa ein Drittel aller Einsätze ausmachten. Zumeist aber für technische Hilfeleistungen, bilanzierte Jens Thoß als Gemeindewehrleiter. Darunter fallen Ölspuren, Verkehrsunfälle und Sturmschäden sowie Menschenrettung und -bergung. In der Bilanz tauchten aber auch böswillige und blinde Alarmierungen auf. Nennenswerte Einsätze waren die mehrfachen schweren Verkehrsunfälle auf der neuen Umgehungstrasse und die Methangasexplosion in der Papierfabrik Trebsen.
Ausdrücklich gelobt wurde der Zusammenhalt der Ortsfeuerwehren. „Alle haben den gleichen Ausbildungsstand und werden zu Einsätzen herangezogen. Da stimmt die Chemie“, freute sich Knoblich. Dennoch konnte sich Thoß zur Aus- und Weiterbildung kritische Anmerkungen nicht verkneifen. Der Wille zur Qualifizierung sei zwar da, was auch die Teilnahme an zahlreichen internen Lehrgängen belege. Doch mangelte es letztes Jahr an freien Lehrgangsplätzen an der Landesfeuerwehrschule. Was auch Kreisbrandbrandmeister Andreas Rüssel bedauerte. Doch in Zusammenarbeit mit Berufsfeuerwehren wolle man da Lücken schließen.
Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger lobte die aktive Arbeit der Jugendfeuerwehr. Und er machte deutlich, dass die besagten Neuanschaffungen aus dem Konjunkturprogramm II gefördert und nur so möglich wurden. „Das verhalf uns zu einem Sprung um vier bis sechs Jahre nach vorn.“ Mit Blick auf die bevorstehenden Gemeindefusionen werde auch die Grimmaer Wehr wachsen. Berger: „Welche Kameraden auch immer zu euch stoßen werden – nehmt sie gleichberechtigt in euren Reihen auf.“