Kaditzsch. "Pappa, los schieb mich an", ruft der dreijährige Mattis seinem Vati mit hoch roten Bäckchen zu. Den Knirps und viele andere Kinder aus Kaditzsch bei Grimma hat es am Sonnabend auf die Koppel von Marco Böge gezogen, wo die Kameraden der
Freiwilligen Ortsfeuerwehr
und die Mitglieder des Vereins der Förderer und Freunde der hiesigen Feuerwehr das erste Rodeln im Dorf organisiert haben.
"Das ist eine Spontanaktion, weil die Schneebedingungen so gut sind und wir die Kaditzscher wieder zusammen bringen wollen", erzählt Ralph Seidel von der Wehrleitung, der fleißig Glühwein, Grog und Kinderpunsch verkauft. Insgesamt 74 Liter an Getränken plus Reserve stehen bereit, um die Rodelfestbesucher zu wärmen. Willi Kotzian braucht das alles nicht, denn dem Achtjährigen wird beim Hinabsausen des rund 60 Meter langen und 15 Meter breiten Hanges auf seinem schmucken Lenkschlitten eh genug warm.
Auch die Freundinnen Johanna Bahr und Luise Sachs sind dick eingemummelt in warme Wintersachen mit ihren Schlitten vor Ort. "Wenn wir zusammen fahren, macht das am meisten Spaß, weil wir dann viel schneller sind", so die Mädchen, die finden, dass die Rodelstrecke noch steiler sein könnte. Wie der 25-jährige Seidel erklärt, sei dieses Stück Koppel mit der entsprechenden Neigung schon die günstigste Möglichkeit, in Kaditzsch zu rodeln. "Seit Mittwoch präparieren wir schon die Strecke, sind mit Traktor und Walze hier zu Gange." Ein beleuchtetes Partyzelt, in dem Geränke, Bockwürste und Wiener verkauft werden, steht direkt neben der Rodelbahn, die fest in Kinderhand ist. Für Diana Krahn ist das gemeinsame Rodeln "eine super Idee. Es könnte nicht besser sein", findet die Kaditzscherin, die mit ihren Hunden Patschuna und Joella gekommen ist.
Wenn die Witterung mitmacht, soll es in Zukunft jährlich das Rodelfest in dem knapp 225 Einwohner fassenden Ort an der Mulde geben. Über den Verkauf von Getränken und Speisen soll zudem die Fördervereinskasse aufgebessert werden. "Damit unterstützen wir die Feuerwehr und die Dorfgemeinschaft bei Festivitäten hier", berichtet Ralph Seidel, der sich schon jetzt über eine ganz besondere Neuanschaffung in diesem Jahr freut. Ein TSF-W - ein Tragkraftspritzenfahrzeug für 86000 Euro - wird den 17 Kameraden der Einsatzabteilung zur Verfügung stehen. Finanziert wird es laut Seidel durch das Konjunkturpaket II und den Eigenanteil der Stadt Grimma. In der Fahrzeugflotte der Brandbekämpfer befindet sich momentan ein 27 Jahre altes Kleinlöschfahrzeug.
Am 30. Januar ab 17 Uhr kommen die Kaditzscher erneut zusammen. Dann nämlich findet die Tannenbaumverbrennung am Löschteich oberhalb des Dorfes statt.
Wer die Freiwillige Feuerwehr oder deren Förderverein unterstützen möchte, kann sich per E-Mail unter
RalphSeidel@gmx.de
an Ralph Seidel wenden.