Grimma
Neues Löschfahrzeug für Kaditzscher Wehr
Kathrin Kirscht
Foto: Kathrin Kirscht
Falk Lehmann vom Hersteller Iveco Magirus übergibt den Fahrzeugschlüssel symbolisch an Ortswehrleiter Ralph Seidel, dessen Stellvertreter Andreas Kahle und Gemeindewehrleiter Jens Thoß.
Kaditzsch. „Unser neues Einsatzfahrzeug ist ein echter Blickfang, nicht nur bei den Kindern im Dorf", erzählt Ralph Seidel, Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kaditzsch. Beim Anblick des schmucken und 87000 Euro teuren Tragkraftspritzenfahrzeuges mit Wassertank schwingt neben purer Freude auch eine gehörige Portion Aufregung mit.
„Heute kribbelt es schon ganz schön", verrät der 26-Jährige, der auch bei der inoffiziellen Übergabe vor einiger Zeit schon Tage zuvor hibbelig war. Für die Brandbekämpfer aus Kaditzsch ist die öffentliche Einweihung des Fahrzeuges am Freitag Abend in der Denkmalschmiede ein schon fast historischer Moment. „Schließlich ist es das erste neue Fahrzeug in unserer Feuerwehr-Geschichte. Wir sind sehr stolz und setzen das TSF-W für alle Bürger hier ein", so Seidel, für den mit dem hoch modernen Fahrzeug ein kleiner Traum in Erfüllung geht. „Er hat ganz schön gekämpft", bestätigt auch Oberbürgermeister Matthias Berger, der ebenfalls vor Ort ist und weiter erklärt, dass auch das Gerätehaus zur Unterbringung der Fahrzeuge ein Thema hier im Ort sei. „Aber mit dieser Neuanschaffung haben wir erstmal ein Zeichen gesetzt."
Finanziert wurde das TSF-W zum Großteil aus Mitteln des Konjunkturpakets – die Stadt Grimma habe laut Seidel die restlichen 20 Prozent beigesteuert. Dass die 16 aktiven Kameraden in Kaditzsch ihr neues Vorzeigeeinsatzgerät wohl hegen und pflegen werden, zeigt ein Blick in die bisherige Ausstattungsstatistik: Bis zum Jahr 2000 hat die Wehr hier nur einen Anhänger besessen, der vor einen Traktor gespannt wurde und Pumpe und Schläuche transportierte. „Die Kameraden sind dann hinterher gelaufen oder mit Autos zum Einsatzort ausgerückt. EIne Weiterentwicklung fand mit der Einführung des B 1000 statt, ein Kleinlöschfahrzeug für sechs Personen. Die bisherigen Geräte im Einsatz können die Gäste in einem kurzen Film mit Impressionen aus längst vergangenen Feuerwehrzeiten noch einmal erleben. Ob Dachstuhlbrand, Hochwasser oder Nachteinsätze – die Kaditzscher Brandbekämpfer halfen wo Not am Mann war – damals und heute. Die Weiterentwicklung zum TSF-W ist da schon optisch ein Quantensprung. Modernste Ausstattung sorgen für Aufmerksamkeit rund um Kaditzsch. Mit blauem Scheinwerferlicht, Fackeln, einem kleinen Feuerwerk und Nebeleffekten wird das neue Fahrzeug von allen Gästen ganz genau in Augenschein genommen. „Die größte Weiterentwicklung ist der 750 Liter fassende Löschwassertank, das integrierte Notstromaggregat und die neue Beleuchtung. Damit ändern sich natürlich grundlegend Abläufe beim Löschvorgang, da wir nun nicht mehr auf Wasserquellen wie Flüsse oder Hydranten angewiesen sind.
Die ersten Übungen haben schon stattgefunden, denn schließlich müssen sich die Kameraden an die neuen Geräte und deren Anordnung gewöhnen. Jetzt ist alles viel übersichtlicher angebracht und wir können effektiver helfen", so Ralph Seidel. Die Übergabe des TSF-W ist in diesem Jahr nur der Auftakt einer kleinen Reihe an Veranstaltungen, die der Förderverein der Freunde und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr Kaditzsch auf die Beine stellt. Neben der Tannenbaumverbrennung am kommenden Sonnabend soll es erstmals im Mai einen Tag der offenen Tür bei den Brandbekämpfern geben. Das Löschteichfest im Sommer schließt sich an und bringt viele Ortsbewohner miteinander ins Gespräch. „Man merkt schon, dass die Wehr hier in Kaditzsch sehr gut integriert ist, sonst wäre der Zuspruch zu den einzelnen Veranstaltungen nicht so hoch", freut sich Ralph Seidel und wird wohl diesen Tag so schnell nicht vergessen. Das erste neue Einsatzfahrzeug des Orts setzt Maßstäbe, an die angeknüpft werden sollte.
© LVZ-Online, 23.01.2011, 12:54 Uhr