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Grimma

Seelingstädter stimmen für Grimma

Auszählung der Stimmen: Bürger schauten den Initiatoren au die Finger.   Foto: privat . Auszählung der Stimmen: Bürger schauten den Initiatoren au die Finger.
Trebsen/Seelingstädt. Das Votum kann klarer nicht sein: Die übergroße Mehrheit der Seelingstädter favorisiert Grimma als möglichen Fusionspartner. Das ist das Ergebnis der von Heimatverein und Ortschaftsrat initiierten Einwohnerbefragung. Von den aufgerufenen 576 Seelingstädtern ab 16 gaben 418 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Beteiligung von gut 72 Prozent.

Auch unabhängig vom Resultat kann Ortsvorsteherin Susann Schumann dieses große, nicht für möglich gehaltene Interesse an der Abstimmung als Anerkennung für ihre logistische Meisterleistung verstanden wissen. So entstand der Fragebogen unmittelbar nach der eilig anberaumten Informationsveranstaltung am Donnerstagabend – also gewissermaßen über Nacht. Schon am nächsten Tag wurde begonnen, die Bögen allen Seelingstädtern zuzustellen. Übers Wochenende hatten die Bürger Zeit, ihre Kreuzchen zu machen. Am Montag Abend war Auszählung – jetzt liegen die Ergebnisse vor.

In sieben Kriterien wurden die möglichen Fusionspartner Grimma und Bennewitz gegenüber gestellt. Und in allen Belangen war Grimma haushoch überlegen. 385 Seelingstädter könnten sich vorstellen, bei einer Fusion mit Grimma Heimatgefühle zu entwickeln. Mit Bennewitz sind es nur zehn. 16 Bürger waren unentschlossen. Ähnlich sah es auch beim Blick in die Zukunft aus. 343 Seelingstädter glauben fest daran, zusammen mit Grimma auch noch in zehn Jahren „stark und eigenständig“ zu sein. Von Bennewitz versprechen sich das nur zehn, 42 Befragte äußerten sich unentschieden. In den Punkten „Unterstützung der Vereinsarbeit (Grimma 345/ Bennewitz 19/ weiß nicht 38), „Investitionen“ (370/14/25) und „positive Prägung“ (362/16/26) sprachen sich die Bürger ebenfalls klar für Grimma aus. In der Rubrik „demokratisches Mitspracherecht“ erreichte Bennewitz mit 20 Stimmen seinen höchsten Wert überhaupt. 349 votierten für Grimma, 36 waren unentschlossen. Auch in Bezug auf eine „bürgernahe Politik“ hat Grimma mehr als nur eine Nasenlänge Vorsprung (351/18/36).

Auf der Trebsener Stadtratssitzung am kommenden Montag werde sie das Ergebnis offiziell erläutern, sagte Ortsvorsteherin Schumann gestern gegenüber der LVZ: „Der Beweis ist erbracht – die Seelingstädter wollen mitentscheiden. Sicher, das Ergebnis unserer Befragung ist nicht repräsentativ. Aufgrund der Wahlbeteiligung, die einfach nur der Hammer war, muss die Abstimmung aber in die Entscheidung der Räte mit einfließen.“

Der Seelingstädter Stadtrat Dieter Grobe akzeptiert den Bürgerwillen. Allerdings sieht er die Fragestellung kritisch. Seiner Meinung nach gehe es doch vielmehr um die Frage, ob die Seelingstädter weiter Trebsener bleiben möchten: „Man schmeißt seine Geschichte nicht grundlos weg. Es ist belegt, dass ab 1199 Seelingstädt fast 400 Jahre zum Schloss Trebsen gehörte. Nach der Reformation, also vor 500 Jahren, wurde die Seelingstädter Krichgemeinde der Trebsener Kirchgemeinde als Filial zugeordnet. Seelingstädt ist demnach seit über 800 Jahren mit Trebsen fest verbunden. Und 2011 begeht Trebsen seine 850-Jahrfeier.“

 

 
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