Grimma. Aline Hanschmann ist wieder aktiv. Die scheinbar nimmermüde Heimat- und Naturfreundin aus Grimma, die schon für die Neugestaltung des Parkes an der Gattersburg sorgte, hat sich jetzt unter dem Dach des Landschaftspflegeverbandes den Burgberg vorgenommen.
Der Berg, der am Südrand der Stadt thront und dessen Ausläufer sich bis Hohnstädt hinauf zieht, ist nicht nur ein bei vielen Grimmaern beliebtes idyllisches Fleckchen Erde, er ist auch ein Ort der frühesten Besiedelung Grimmas. „Das ganze Gelände ist ein slawischer Abschnittswall", sagt Aline Hanschmann und erklärt: Hierher hätten sich vor rund 1000 Jahren die slawischen Siedler bei Gefahr zurückgezogen. Später, als die ersten Deutschen da waren, sei hier oben ein frühdeutscher Turm errichtet worden, ein hölzerner Turm, der auf einem kleinen, vorgelagerten Hügel gestanden haben soll und von dem der Name Burgberg stammen dürfte. Eine Burg hat es hier nie gegeben
Von diesem Hügel war freilich kaum etwas zu sehen, als Aline Hanschmann mit ihren Mitstreitern vom Gattersburgpark hier oben erstmals Hand anlegte. Der Hügel war zugewuchert von Gestrüpp, vor allen von den Ablegern der vielen alten Obstbäume, die hier stehen. Zuvor besprach sich Aline Hanschmann nicht nur mit der Stadtverwaltung, sondern auch mit den Denkmalschutzbehörden des Landkreises und von Sachsen, sowie mit dem Umweltamt. Jetzt ist der Hügel nicht nur sichtbar, man kann sogar darum herum gehen. Die alten Obstbäume sind stehen geblieben, ein paar kleine wurden neu gepflanzt. Insgesamt, sagt Aline Hanschmann, soll so wenig wie möglich verändert, nur ein wenig Ordnung hineingebracht werden. Auf keinen Fall soll der Burgberg ein gestalteter Park werden.
Nach den ersten Arbeiten 2010 besteht seit 2011 ein über fünf Jahre währender Pflegevertrag mit der Stadtverwaltung. Der gehört des Geländes. Die große Wiese auf dem Plateau ist an den Reiterhof in Bahren vermietet, der hier Futter macht. Ganz oft sieht Aline Hanschmann hier Rehe. „Ich vermute, dass die sogar ihre Kitze hier ablegen." Auf der Südseite der Wiese führt eine kurze Allee zum Aussichtspunkt, auf einer Seite des Weges wurde ein Zaun aus Weidenstöckchen gesetzt. „Das ist der beste Überblick über Grimma", sagt Aline Hanschmann. Der Blick war freilich bis vor kurzem noch arg eingeschränkt, verdeckt vom wuchernden Flieder an der Abbruchkante des ehemaligen Steinbruches. Die Rentnerin kletterte selbst mutig übers Geländer und verschnitt die Büsche.
An dem vom Wald mit vielen knorrigen und mächtigen alten Eichen gesäumten Rand des Plateaus führt der Weg zum griechisch anmutenden Tempel auf der anderen Seite der Wiese. Den habe 1795 der Rittergutsbesitzer Loth von Hohnstädt bauen lassen, seitdem bürgerte sich der Name Tempelberg ein. Unterwegs trifft man leider auf viele Gartenabfälle, die an der Hangkante liegen. Südlich des Tempels, wo mal ein kleiner Garten war, hat die Gruppe acht Bäumchen alter Apfelsorten gepflanzt. Direkt am Tempel, der einst frei stand und heute von vielen hohen Robinien umgeben ist, sind wuchernde wilde Brombeeren heruntergeschnitten worden. Hier soll irgendwann die Wiese wieder bis an das kleine Bauwerk heranreichen.