Großpösna. Seit die Kürzung der JUgendpauschale zur Sprache gekommen ist, macht sich Amanda Hecktor Sorgen. Nicht um den Klub „no name“, den sie seit Mitte Juni als Leiterin betreut. Sondern um die vielen anderen Jugendklubs und die Kinder. „Wenn die Pauschale reduziert wird und Angebote eingestampft werden müssen, haben wir ein großes Problem“, warnt sie, „die rechte Szene ist dann ganz schnell da und wird bei Kindern und Jugendlichen für sich werben.“
Viele Besucher kämen aus Familien, in denen es ungezählte und schwerwiegende Probleme gebe. Würden die Ansprechpartner in den Jugendeinrichtungen wegfallen, suchten sich die Jugendliche andere zum Reden.
Um das „no name“ macht sich Hecktor weniger Sorgen. Denn die Gemeinde hat ihr gerade versprochen, die eventuell aufreißende finanzielle Lücke zu schließen, sollte es tatsächlich zu der Kürzung kommen. 340 Kinder und Jugendliche kommen jeden Monat ins „no name“, um hier Tischtennis zu spielen, im Internet zu surfen oder mit den Mitarbeitern zu reden. „Gerade die Jugendlichen suchen oft das Gespräch mit uns“, sagt Hecktor. Ob es um Hilfe bei Bewerbungen gehe, um Unterstützung bei Ämtergängen oder um familiäre Schwierigkeiten. „Der Jugendklub hat ja auch einen Bildungsauftrag“, sagt Hauptamtsleiter Daniel Strobel. Deshalb werde Großpösna auf jeden Fall am „no name“ festhalten und ihn finanziell unterstützen. „Der Klub steht nicht zur Disposition.“
Dass er gut angenommen wird, zeigt sich auch an den Öffnungszeiten. Die Räume stehen von Montag bis Donnerstag jeweils von 15 bis 21 Uhr und Freitag von 15 bis 22 Uhr Besuchern zur Verfügung. Selbst am Sonnabend öffnet das „no name“ zwischen 15 und 22 Uhr seine Türen, das war gewünscht und wird noch immer gut genutzt.
Ohne die angekündigte Hilfe durch die Gemeinde stünde der Klub aber nicht auf sicheren Füßen, wenn die Pauschalkürzung beschlossen werden sollte. Zwar hat das „no name“ Einnahmen aus der Raummiete und aus vereinzelten Angeboten. Doch die decken nicht die Kosten von rund 60 000 Euro im Jahr, wovon alleine 55 000 Personalkosten sind. „Da bleiben uns 5000 Euro, von denen wir noch die Betriebskosten bezahlen müssen und die Angebote bereitstellen“, rechnet Hecktor vor. Damit könne sie keine großen Sprünge machen. Aber immerhin könne der Klub, dessen Träger der gleichnamige Verein ist, durch die Zusagen der Gemeinde erhalten bleiben. Das sei nicht selbstverständlich.