Markkleeberg
Neue Bürgerinitiative in Zöbigker gegründet
Ulrike Witt
Foto: André Kempner
Die Bürgerinitiative „Sanfter Tourismus Markkleeberg“ fürchtet, dass dieser Entwurf Realität wird.
Markkleeberg. Markkleeberg entwickelt sich zur Stadt der Bürgerinitiativen. In Zöbigker wurde jetzt die mittlerweile neunte ins Leben gerufen. Ihr Name ist Programm: „Sanfter Tourismus Markkleeberg“.
„Die Gründung wurde notwendig durch den harten Kurs des Rathauses“, erklärt Sprecher Johannes Krautheimer. Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD) und Bürgermeister Philipp Staude drängten mit aller Macht auf eine Änderung des Bebauungsplanes Zöbigker Winkel. „Sie schrecken nicht davor zurück, ihre Idee vom Massentourismus, notfalls an den Bürgern vorbei, umzusetzen“, so Krautheimer. Oberstes Ziel sei es, den Stadtrat kurzfristig umzustimmen. Krautheimer ist wie seine Mitstreiter überzeugt, dass die Stadt trotz mehrerer Dementi Investoren mit der Änderung des B-Planes eine viergeschossige (Hotel-)Bebauung in unmittelbarer Nähe des Cospudener Sees ermöglichen will.
„In Planung ist ein gewaltiger Baukörper von 100 Meter Breite, zwölf Meter Tiefe und eben so großer Höhe. „Eine Zumutung für die Markkleeberger und 500 000 Besucher, die jährlich Ruhe und Erholung in einem nach jahrzehntelangem Braunkohleabbau sensiblen Naturraum suchen.“ Krautheimer fordert eine „ein- bis zweigeschossige, lockere Bebauung“ auf Grundlage des B-Planes aus dem Jahr 2000. Und er betont: „Wir wollen das Problem auf keinen Fall vor die Haustür der Nachbarn in den nächsten Naherholungsraum schieben.“ Vielmehr dürfe es an keinem der Seen „Bettenburgen“ geben.
Die BI ist der Überzeugung, dass die Verwaltung in Sachen Tourismus, Städtebau, Verkehr und Umwelt „keine ausreichenden Konzepte“ hat. „Wir laden Dr. Klose deshalb am Montag zu einem ehrlichen Meinungsaustausch ein“, so Krautheimer.
© LVZ-Online, 02.09.2010, 18:20 Uhr