Markkleeberg
Neusäßer brutzeln bis die Partypfanne streikt
Bert Endruszeit
Foto: André Kempner
Die Musiker von „Urknall“ unterhalten nicht nur mit ihrer deftigen Gugge-Musik die Stadtfestbesucher.
Markkleeberg. Bunt gemischt war am Wochenende das Wetter, und bunt gemischt waren auch wieder die Angebote auf dem Markkleeberger Stadtfest. Traditionell stand das Treiben auf dem Rummelplatz im Mittelpunkt des Interesses, doch auch die rund ums Rathaus aufgebauten Stände zeigten sich gut besucht.
Die zwölfjährige Bettina Guth nutzte zum Stadtfest die Gunst der Stunde. Wo gibt es schon so viel potenzielle Kundschaft! Kurzerhand schnappte sie sich bergeweise Spiele, Bücher, CD‘s und Videos und bestückte damit ihren kleinen Flohmarktstand. „Es läuft ganz gut, das Geld fließt in meine Taschengeldkasse“, erzählte sie. Nur am ersten Stadtfesttag schnappte ihr die gleichaltrige Annelie Böttcher etliche Kunden vor der Nase weg. Deren Waren liefen einfach besser. „Ich bin viele Diddl-Sachen losgeworden, und habe sogar 20 Filly-Pferdchen auf einen Schlag an eine Mutter verkauft“, verriet sie stolz.
Über ein kauffreudiges Publikum freuten sich auch die Vertreter von Markkleebergs bayerischer Partnerstadt Neusäß. „Obazda, unsere Käsespezialität, geht heute besonders gut weg“, sagte Ursula Kuchenbauer. Am ersten Stadtfesttag fanden auch die dampfenden Krautschupfnudeln dankbare Abnehmer. Gestern allerdings nicht. „Leider ging unsere über lange Jahre eingesetzte Partypfanne gerade kaputt“, bedauerte sie. Apropos lange Jahre: In Kürze wird in Neusäß das 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Markkleeberg gefeiert.
Kulinarisches aus den Weiten Russlands standen bei Franta Nitschke im Mittelpunkt. Bei ihm konnten sich die Gäste an einem warmen Lagerfeuer aufwärmen. Das Stadtfestwetter gefiel auch ihm nicht so ganz. „In Sibirien ist es jetzt zwar kälter, aber diese Kälte dort ist trockener, da fühlt man sich viel entspannter.“ Der in Leipzig aufgewachsene Gastronom tourt mit seinen russischen Leckereien seit rund fünf Jahren durchs Land. „Meist jedoch in den neuen Bundesländern, da stoßen meine Angebote auf größeres Interesse.“ Doch sein Stand auf dem Kölner Weihnachtsmarkt bleibt ihm immer im Gedächtnis. „Sänger Pete Doherty war bei uns zu Gast und fühlte sich pudelwohl, weil er als ganz normaler Mensch behandelt wurde.“
Etwas mehr Entgegenkommen von der Markkleeberger Stadtverwaltung hätte sich Bernd Salega von der Schützengesellschaft Markkleeberg 2000 gewünscht. „Wir haben erst vor einer Woche erfahren, das wir wieder wie bisher unseren Stand in einer städtischen Garage hier am Festanger aufbauen dürfen. Vorher mussten wir dort noch alte Tischtennisplatten aus Beton herauswuchten.“ Auf diesen Aufwand hätte man gerne verzichtet.
Ganz ruhig gingen Ramona und Matthias Völker das Stadtfestgetümmel an. Genau das richtige für ihren „Edelmischling“ Anna. „Unsere Hündin ist zahm wie eine Schildkröte, der machen solche Menschenmassen wie heute gar nichts aus“, sagten sie.
© LVZ-Online, 06.05.2012, 17:06 Uhr