Markkleeberg
Regen und Wind behindern Suche
Ulrike Witt
Foto: André Kempner
Bislang ohne Erfolg: Spezialkräfte der Landespolizei Thüringen suchten auch gestern den Cospudener See mit einem Roboter nach dem verunglückten Taucher aus Thüringer ab. Der Mann wird seit den frühen Nachmittagsstunden des Ostersonntag vermisst.
Markkleeberg. Regen und Sturm haben gestern die Suche nach dem seit Ostersonntag im Cospudener See vermissten 42 Jahre alten Taucher aus Thüringen zusätzlich erschwert. Wie die Polizei mitteilte, mussten die Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Thüringen, die seit Dienstag mit einem Tauchroboter vor Ort sind, ihre Arbeit am Mittag aufgrund des hohen Wellenganges sogar kurzzeitig einstellen. Probleme bereitete den Beamten die Steuerungstechnik des mit einer Kamera ausgestatteten Roboters, die in einem motorbetriebenen Schlauchboot untergebracht ist. Zudem machte die in 50 Meter Tiefe mit maximal zwei Metern sehr geringe Sichtweite dem Suchtrupp zu schaffen. Bis zum frühen Abend konnte der verunglückte Taucher nicht gefunden werden. Heute ab 9 Uhr soll die Suche laut Polizei fortgesetzt werden.
Kritisch äußerte sich indes der Leiter der im Zöbigker Hafen ansässigen Tauchschule, Lutz Kamski, zu den in den vergangenen Tagen aufgekommenen Spekulationen zur Unfallursache. „Es kann 1000 Gründe geben. Der Mann kann physische, psychische oder auch technische Probleme bekommen haben. Aber was da unten am Sonntag genau passiert ist, weiß letztlich nur einer, der verunglückte Taucher. Alles andere ist reine Spekulation“, betonte Kamski. Fakt sei allerdings, dass der eigentlich erfahrene Sporttaucher gegen eine eiserne Grundregel verstoßen habe. „Tauche nie allein. Das lernt jeder Anfänger als allererstes bei uns“, sagt Kamski.
Wassersportler, die sich vor dem Tauchgang in seiner Schule unweit des Pier 1 melden, erhielten immer eine Einweisung und eine Karte zur Orientierung. Dies habe der Vermisste allerdings nicht getan. Nach Angaben des Leiters des Polizeireviers Markkleeberg, Frank Drechsler, hat sich der Thüringer vor dem Einstieg in den Cospudener See lediglich mit anderen Tauchern am Ufer unterhalten und ihnen erzählt, dass er bis auf 50 Meter runter wolle. Wohin genau in dem vier Quadratkilometer großen Tagebausee, das weiß keiner.
© LVZ-Online, 11.04.2012, 18:37 Uhr