Markkleeberg
Schneekanone mit Ladehemmung
Ulrike Witt
Markkleeberg. Der vierstündige Probelauf am Montagabend lief noch wie geschmiert. Bei der ersten Präsentation hatte die Schneekanone fürs dritte Markkleeberger Skispringen am Dienstagvormittag dann allerdings Ladehemmung.
„Kein Problem, die Elektriker sind schon bei der Arbeit“, verkündete Henrik Wahlstadt von den Sportfreunden Neuseenland gestern in Auenhain. 75 Kubikmeter weiße Pracht pro Stunde produziert die Kanone bei idealen Temperaturen und das sind Minus 7 Grad Celsius. Gebraucht werden am Wochenende laut Wahlstadt zwischen 700 und 800 Kubikmeter. Denn die Sportfreunde Neuseenland sind umgezogen – vom Strand an den großen Hang hinterm Modellbaupark. Und der beeindruckte selbst unseren Fotografen André Kempner. Die Gefahr, dass er am Wochenende seine Kamera gegen Ski tauscht, besteht nun definitiv nicht mehr.
„Wir hatten am Strand einfach zu wenig Platz für die von Jahr zu Jahr steigende Besucherzahl“, erklärte Wahlstadt. Hinzu käme, dass sich die ambitionierten Hobbyspringer mehr Entfaltungsmöglichkeiten und die kleinen Besucher einen Rodelhang gewünscht hätten. Nun sind die Voraus-setzungen für einen neuen Rekord – im vergangenen Jahr lag der bei 8,90 Meter – gegeben. Die technischen Daten in Kürze: Die Schanze ist vier Meter hoch, der Anlauf zehn Meter lang. Zum Schauen und Jubeln bleiben den Besuchern am Auslauf ganze 60 Meter. „Die Sprünge werden sich nicht grundlegend ändern. Schließlich geht es um den Spaß und nicht um Leistung um jeden Preis“, versicherte Wahlstadt. Allerdings seien Weiten von zwölf bis 15 Metern diesmal durchaus drin.
Angemeldet haben sich fürs Wertungsspringen am Sonntag ab 13 Uhr bislang 60 Wagemutige in den drei Kategorien Frauen/Männer/Team, maximal 80 können teilnehmen. Ohne Limit ist die Zahl derjenigen, die sich am Samstag ab 15 Uhr beim freien Training über den Schanzentisch stürzen. Danach steht erst mal feiern auf dem Programm. Ab 15 Uhr gibt es laut Wahlstadt Musik, ab 17 Uhr spenden drei große Feuerschalen Wärme. Wer innerlich einheizen möchte, kann sich mit Glühwein und Kräppelchen helfen. „Ansonsten empfehle ich den Besuchern viel Bewegung“, sagt Wahlstadt. Und er meint ganz sicher nicht nur Daumendrücken. Wobei das nicht schaden kann.
In die Wertung am Sonntag geht übrigens nur die Weite ein. In Sachen B-Note gibt es aber trotzdem was zu reißen: Die Jury vergibt einen Sonderpreis fürs schönste Kostüm.
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© LVZ-Online, 31.01.2012, 17:47 Uhr