Markkleeberg. Ursprünglich war die Einrichtung bereits für Januar geplant, am Mittwoch konnte der Tagestreff für Sucht- und psychisch Kranke, sozial Benachteiligte und Einsame in der Hermann-Landmann-Straße öffnen. „Es gibt nicht genügend Anlaufpunkte, wo man hingehen kann und nicht viel Geld braucht“, erklärte die Leiterin der Suchtberatungsstelle Evelyn Beitz vom DRK-Kreisverband Leipzig-Land vor rund 30 Gästen. Die Zielgruppe könne morgens aufstehen, sich waschen, dort frühstücken, andere treffen, etwas unternehmen und so hinterher das Gefühl bekommen, etwas gemacht zu haben, formulierte sie. Die Betreuung der Menschen, die auch von den weiteren Angeboten profitieren, übernimmt Marianne Kruber montags bis donnerstags von 9 bis 14 Uhr.
„Das ist unser siebtes Domizil“, berichtete Beitz von den Umzügen in Markkleeberg. Die Vorgeschichte ist lang. Bereits 1997 habe es erste Konzeptionen, aber keine finanziellen Mittel gegeben, erinnerte sie. Benötigt werde der Treff mehr denn je: „Unsere Klienten sind heute ärmer, mehr als die Hälfte bezieht Arbeitslosengeld II, sie sind häufiger krank sowie süchtig und einsam.“
Die Eröffnung fällt in eine Zeit, in der massive Kürzungen im sozialen Bereich anstehen. „Wir werden uns dagegen wehren“, kündigte DRK-Vorstand Jens Bruske an. Es sei wichtig, dass Menschen, die Hilfe benötigen, betreut und begleitet werden, sagte er. „Uns wird viel Zeit genommen“, kritisierte Beitz. „Dabei geschieht menschliche Veränderung langsam.“ Einsparungen von 15 Prozent bedeuteten, dass 70 Menschen weniger pro Jahr beraten werden können. Sie dankte den vielen Spendern und Unterstützern, die auch Computer bereitgestellt haben, auf denen Bewerbungen geschrieben werden sollen. „Lassen Sie uns gemeinsam den Kopf über Wasser halten“, ermutigte Markkleebergs Sozialamtsleiter Wolfgang Heinze von der Stadt, die das Projekt unterstützt, die Helfer, trotz der schwierigen Zeiten weiterzumachen.