Markkleeberg. Das Agra-Messegelände stand am Wochenende ganz im Zeichen des Körperschmucks: Die Tattoo Expo zog rund 10.000 Besucher in ihren Bann - mit gutem Grund, schließlich liegen mehr oder weniger aufwändig gestaltete Hautpartien voll im Trend. Was so mancher an Armen, Beinen und anderen Körperteilen stolz präsentiert, hat oftmals durchaus künstlerische Qualität.
„Die Kunden werden immer anspruchsvoller", weiß Frank Schmidt, der in Weida bei Gera sei drei Jahren ein eigenes Tattoo-Studio besitzt. „Die Leute wollen farbige und möglichst fotorealistische Motive." Nur wer diese hohen Ansprüche erfüllen kann, habe auf dem Markt auf Dauer eine Chance. „Ich bin jetzt 27 Jahre alt. Mit 30 will ich ganz oben mitmischen", sagt Schmidt. Er habe seine Berufswahl nie bereut. „Eigentlich bin ich gelernter Straßenbauer, doch das war nicht meine Sache."
Ruth Pessel aus Halle holte sich vor mittlerweile 16 Jahren ihr erstes und bisher einziges Tattoo. „Das war ein Delfin", verrät die 43-Jährige. Ihre Tochter Katharina habe ihr nun ein Geburtstagsgeschenk gemacht - Motiv Nummer zwei. „Ich wollte sowieso eins haben, und da meine Mutter meine beste Freudin ist, lassen wir uns nun beide eine Elfe auf die Wade stechen", sagt Katharina.
Sehr lange gewartet hat auch Günter Dienemann aus Sangerhausen. Der 56-Jährige ließ sich ein Bild seiner Freundin auf den Arm tätowieren. „Die weiß aber noch nichts davon", betont er. Rund fünf Stunde muss er dafür mitten im Messegetümmel stillsitzen. Für Tätowiererin Ines Buff aus Bad Frankenhausen sind Fotovorlagen nichts ungewöhnliches. „So mancher lässt sich Bilder seiner Kinder tätowieren", erzählt sie.
Während an zahlreichen Messeständen die Spezialwerkzeuge über die Haut surrten, kümmerte sich Maria Grutke ums fachgerechte Entfernen der bunten Bildchen. „Tattoos sind ein Modetrend, und die ändern sich schnell", so die 22-Jährige. Immer wieder kämen Leute zu ihr, die sich von ihrer Jugendsünde „Arschgeweih" trennen wollen. „Die meisten Leute lassen aber alte Tattoos aufhellen, weil sie darüber ein neues haben wollen", so die Expertin, die den Motiven per Laser zu Leibe rückt. „Mein Beruf nennt sich übrigens offiziell Laserschutzbeauftragte", erklärt sie.