Zwenkau. Die Stadt Zwenkau ist dieses Jahr mit zwei Großveranstaltungen das Mekka des Radsports im Leipziger Neuseenland und muss zumindest in dieser Hinsicht den Vergleich mit Metropolen wie Hamburg, Frankfurt am Main und Köln nicht scheuen. Der erste Höhepunkt steigt am 20. Mai mit der neunten Auflage der „Sparkassen neuseen classics – rund um die Braunkohle“. Allein zu den Vattenfall-Jedermannrennen werden am Sonntag hunderte Radfahrer aus ganz Deutschland erwartet, wie Renndirektor Harald Redepenning mitteilte. Die Organisation der mit Profi-, Jedermann-, Nachwuchs-, Bambini- und Prominentenrennen breit aufgestellten Veranstaltung liegt erneut in den Händen des Radfahrer-Vereins Zwenkau 1890 und des Neuseensport-Vereins, die von weit über 1000 ehrenamtlichen Helfer unterstützt werden.
Redepenning hofft, dass die nicht eingebundenen Zwenkauer nicht nur zum Konzert der „Waschhaus-Band“ am Vorabend der „neuseen classics“ auf die Festwiese ins Gewerbegebiet an der Bundesstraße 2 kommen, sondern sich stärker als bislang aktiv an den „neuseen classics“ beteiligen. Zum Beispiel könnten sie bei der Backhaus-Tour in die Pedalen treten, für die um 9 Uhr am Backhaus Hennig in Rüssen-Kleinstorkwitz der Startschuss fällt. Wer länger schlafen möchte, kann sich auch noch um 9.30 Uhr am Rathaus in den vom Vorsitzenden des Radfahrer-Vereins Zwenkau, Henry Scheffler, angeführten Tross einreihen. Mehr Engagement wünscht sich Redepenning auch von den Zwenkauer Schulen und Kitas. Schließlich gibt es bei den Nachwuchs- und Bambinirennen was zu gewinnen. „Und warum sollen die Geschenkgutscheine nicht in Zwenkau bleiben?“, meint Redepenning.
Einen Monat vor den Olympischen Spielen in London und eine Woche vor dem Start der Tour de France steht am 22. Juni mit den Zeitfahren im Rahmen der Deutschen Radmeisterschaften schon der nächste Höhepunkt an. Über den aktuellen Stand der Vorbereitungen und das Rahmenprogramm für die Deutschen Meisterschaften, die in Zwenkau und Grimma (Straßenrennen) ausgetragen werden, informierten vergangene Woche der Vizepräsident des Bundes deutscher Radfahrer, Udo Sprenger, der Vorsitzende des Fördervereins Deutsche Radmeisterschaften 2012, Christian Braun, Bürgermeister Holger Schulz (CDU) und Harald Redepenning im Hotel „Seehof“ Zwenkau.
„Die Deutschen Meisterschaften sind eine Herausforderung, der wir uns mit Begeisterung stellen. Für Zwenkau bedeutet das Großereignis einen Imagegewinn, so wie für Grimma und die gesamte Region“, erklärte Schulz. Er sei schon jetzt auf die Zeitfahren am Freitag gespannt, verriet der passionierte Wintersportler. Das erste, das Einzelzeitfahren der Frauen, beginnt um 12 Uhr, um 13.30 Uhr geht es dann mit den U23-Männern weiter und um 15.30 Uhr zeigt schließlich die Elite ihre vorolympische Form. Der Start-/Zielbereich wird sich vor dem Löschgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in der Bahnhofstraße befinden. Von dort geht es über die B 2 und die B 95 bis zum Wendepunkt Eula für die Frauen. Die Elite der Radfahrer muss über den Wendepunkt Großzössen zurück nach Zwenkau. Unter den Aktiven wird übrigens auch ein gebürtiger Zwenkauer sein – Stefan Gaebel. Der amtierende sächsische Zeitfahrmeister, der 2008 als Quereinsteiger über das Jedermannrennen bei den „Sparkassen neuseen classics“ zum Radsport fand, will den Heimvorteil nutzen und „die Top Ten knacken“.
Sorgen macht sich Redepenning derweil um die Zuschauer. Die könnten an einem ganz normalen Freitag anderes vorhaben, als an der Strecke zu stehen und den Profis beim Zeitfahren zuzujubeln. Deshalb wird nun kurzerhand ein Radsportaktionstag für die Schulen der Region organisiert. Die Sächsische Bildungsagentur hat Redepenning schon ins Boot geholt. Agentursprecher Roman Schulz erläuterte im „Seehof“ das Konzept: „Für Grundschüler sollen Geschicklichkeitsspiele unter der Überschrift Verkehrserziehung angeboten werden, für die Gymnasien und Berufsschulen ist eine Art regionale Ausbildungsmesse geplant.“ Einladungen seien schon an alle Schulen verschickt worden. Das detaillierte Programm wird Ende dieser Woche fertig sein.